LECHNER MUSEUM


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Das Lechner Museum ist heute im Rahmen des Wochenendes der Museen bis 24.00 Uhr geöffnet!

 

Wir freuen uns, Sie Heute zur Ausstelliungseröffnung begrüssen zu dürfen:

jETZT II

Samstag, den 11. September um 11.00 Uhr.

 

 

 

HIER ANMELDEN ZUR ERÖFFNUNG

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen unter 0841/305-2250 oder 2252 gerne zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Lechner-Museums-Team


HEUTE ERÖFFNUNG

Eine Hommage an Damals – im Jetzt

Lechner Museum zeigt „Jetzt II“ Werkschau der ehemaligen Studierenden von Prof. Lechner an der Akademie der Bildenden Künste

Ingolstadt. Die Ausstellung „jETZT II“ist eine Hommage an Alf Lechner und seine Zeit der Gastprofessur durch seine Schüler*innen an der Akademie der Bildenden Künste München vor 30 Jahren. Diese Gruppenausstellung mit den Künstler*innen Hilde Heigl, Inga Jónsdóttir, Dieter Kunz, Chris Kuttler, Jörg Steiner und Wolfgang Weileder folgt der der ersten, von Alf Lechner 1992 kuratierten, Ausstellung „jETZT“ in der Lothringerstraße 13 in München.

Die Alf Lechner Stiftung präsentiert mit der Ausstellung „jETZT II“ diese sechs Künstler*innen mit Werken aus den letzten 30 Jahren sowie neuen, eigens für die Ausstellung geschaffenen Arbeiten und zeigt damit einen Bogen in der Form- und Ausdrucksentwicklung dieser Künstler*innen auf. Es ist das erste Mal seit 1992, dass diese sechs Künstler*innen wieder zusammen ausstellen, und es ist die erste Ausstellung, in der sie bewusst und direkt zum Werk von Alf Lechner Bezug nehmen.

In dieser Art Übersicht erhält der Besucher einen Einblick in die individuelle Entwicklung ihrer Praxis und Biografien. Wir sehen Veränderungen in den Werkstoffen, die sie für ihren künstlerischen Ausdruck nutzen, neue Ausdrucksformen, Prozesse und überraschende Gemeinsamkeiten zwischen Island, Großbritannien und Deutschland.

Sei es die Isländerin Inga Jónsdóttir, welche inzwischen selbst Kunst kuratiert, die mit dem Theater verbundene Hilde Heigl, welche später noch eine Metallbau-Ausbildung machte, Dieter Kunz, den es nach Island und England und eine multimediale die Schnittstelle zu urbanem Raum und Architektur zog, oder Wolfgang Weileder, der ebenfalls in Grossbritannien aktiv ist und als Künstler international ausstellt und unterrichtet. Oder Chris Kuttler, der von Anfang an in Richtung Kunsterziehung ging, oder Jörg Steiner, der sich in der Fotografie dem Monumentalen im Werk von Lechner annähert.

Die Ausstellung untersucht das Verhältnis von Zeit und Raum, der Schnittstelle zwischen Beständigkeit und Vergänglichkeit. Im offenen Dialog dieser sechs Künstler*innen entsteht ein demokratisches Spannungsfeld in einem ortsbezogenen Kontext, der als physische Zusammenführung von sechs unterschiedlichen Künstlerbiografien in sechs verschiedenen Medien: Skulptur, Rauminstallation, Malerei, Fotografie, Film und digitaler Kunst neue Wege aufweist, und kategorische Grenzen hin zu einem neuen Erlebnisraum überwindet.

Die Kunst dieser sechs ehemaligen Studierenden von Alf Lechner wählt aus dem alltäglich Bekannten, vertrauten Werkstoffen, Gegenständen oder Bildsituationen aus, hebt diese hervor, interveniert, reduziert, selektiert, setzt diese in neue Zusammenhänge und nimmt Bezug auf das Werk von Alf Lechner und den von ihm vermittelten Arbeitsprinzipien, wie zum Beispiel: der Bedeutung des Kunstwerks im Bezug zur umgebenden Architektur; die Notwendigkeit der Neuordnung von Form als Ergebnis einer physischen Intervention oder die Erforschung von Licht als formgestaltendes und eigenständiges Element.

Mit dieser „Wiedervereinigung“ in Form der Ausstellung „jETZT II“ ehrt die Alf Lechner Stiftung auch die Lehrtätigkeit von Alf Lechner im Zusammenhang mit dem 20-jährigen Jubiläum des Museums.

Die Alf Lechner Stiftung dankt dem Kulturfonds Bayern, Neustart Kultur, dem Bundesministerium für Bildung und dem Bayerischen Ministerium für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, sowie der Stadt Ingolstadt für die Unterstützung dieser Ausstellung.

 

 


 

 

ÖFFENTLICHE KOMBI-FÜHRUNGEN

Sonntag 26. September 2021

11 Uhr Museum + 13 Uhr Skulpturenpark

Sonntag 31. Oktober 2021

11 Uhr Museum + 13 Uhr Skulpturenpark

Sonntag 26. Dezember 2021

11 Uhr Museum + 13 Uhr Skulpturenpark

Sonntag 30. Januar 2022

11 Uhr Museum + 13 Uhr Skulpturenpark

Sonntag 27. Februar 2022

11 Uhr Museum + 13 Uhr Skulpturenpark

Sonntag 20. März 2022

14 Uhr Museum + 16 Uhr Skulpturenpark

Zur Buchung von privaten Führungen, Sonder-, Gruppen- oder Schulführungen

kontaktieren Sie uns gerne unter: lechnermuseum@ingolstadt.de oder: +49 (0)841 305 2250


Hilde Heigl

 

«Mir geht es in meiner Arbeit darum, die Welt zu erfahren und sie mir zu erklären.

Nach meiner Ausbildung und ersten Erfahrungen mit der Bildhauerei studierte ich an der Akademie in München. Alf Lechner zeichnete sich dort als Lehrender durch seine minimalistische Art aus. Es beeindruckte mich wie er Dinge für sich entdeckte und in eine Bildsprache brachte. Es gelang ihm, die Dinge einfach und klar darzustellen, was etwas Besonderes war. Das Material Stahl zog mich immer mehr an. So sehr, dass ich nach meiner Zeit an der Akademie noch eine Ausbildung zur Metallbauerin und Schlosserin machte. Damit erschloss ich mir die Welt noch einmal auf eine ganz andere Weise.

Den Zopf der Rapunzel (2013), setzte ich ortsbezogen in einer entweihten Kirche aus dem Stoff der ehemaligen Sakristei zusammen. Die Märchenfigur Rapunzel ist eingesperrt, nur ihre Haare ermöglichen ihr den Kontakt zur Aussenwelt. Ihre Weiblichkeit ist in einem Turm versteckt, doch ihre Haare sind ein sichtbares Zeichen weiblicher Potenz und Kraft.

Bei Konspiration (2013) geht es ebenfalls um eine abgeschlossene Welt, und das Verweilen in einer abgeschlossenen Gemeinschaft. Wir sehen abgewandte Hinterköpfe, die einen Kreis in sich im Sinne einer Blase und eines Weltbildes konstruieren. Das können Kulturen aber auch Religionsgemeinschaften oder Verschwörungserzählungen sein. Bis auf die erkennbaren Referenzbilder in die Kunstgeschichte sind sie abgewandt und grenzen sich damit ab.«

 

Hilde Heigl, geboren 1963 in München, absolvierte eine Ausbildung zur Holzbildhauerin und war Teil der Freien Bildhauerwerkstatt in Oberammergau bevor sie von 1986 bis 1991 an der Akademie der Bildenden Künste in München u.a. bei Alf Lechner Bildhauerei studierte. 1991-1992 war sie Meisterschülerin bei Leo Kornbrust, und von 1992-1996 Assistentin und Tutorin bei Leo Kornbrust und Cristina Iglesias. 1996-1999 folgte eine Ausbildung zur Metallbauerin und Schlosserin u.a. in den Werkstätten der Bayrischen Staatsoper. Seit 1999 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. Zwischen 1999 und 2008 arbeitete sie ausserdem als Mitarbeiterin für gestalterische und technische Aufbauten an vielen deutschen Museen, u.a. am Haus der Kunst München und an der Pinakothek der Moderne sowie als Leiterin für Aufbauten am Kunstverein München. Ausserdem arbeitete sie 2005-2006 und 2017-2020 für die Antonetty Lederwerkstatt, und entwarf ab 2006 Taschen im eigenen Atelier. Seit 2008 arbeitet sie als Requisiteurin am Münchener Volkstheater. Von 2011 bis 2013 absolvierte Heigl ein Aufbaustudium für bildnerische Gestaltung und Therapie an der Münchener Akademie der Bildenden Künste. Hilde Heigl lebt und arbeitet in München.


 

Chris Kuttler

 

«1981, als ich mein Abiturzeugnis in der Hand hielt, gab ich als Berufswunsch „Kunsterzieher“ an – diesen habe ich dann auch, trotz einiger Hindernisse erreicht!

Zunächst musste ich als „Kriegsdienstverweigerer“ meinen Zivildienst beim Roten Kreuz als Sankafahrer ableisten. Danach begann ich eine Lehre zum Steinmetz und Steinbildhauer, die ich 1986mit der Gesellenprüfung abschloss. Anschließend arbeitete ich vier Jahre für das „Deutsche Archäologische Institut“ als Restaurator am Trajanstempel in Bergama (Pergamon). Parallel studierte ich Kunstgeschichte, bevor ich 1989 an die Kunstakademie in München wechselte.

Dort schrieb ich mich in die Bildhauerklasse von Prof. Wolf-Dieter Mayer ein. Es begann ein sehr intensiver Austausch mit meinen Kommilitonen – der mit unserem Professor war eher sparsam. So nutzte ich die angebotenen Gastprofessuren, um mehr Feedback beziehungsweise Input zu meinen Arbeiten zu bekommen.

Einer dieser Gastprofessoren war 1991 Alf Lechner. Ich hatte mich in Kunstgeschichtsseminaren schon mit Arbeiten von ihm und auch James Reineking oder Richard Serra auseinandergesetzt, jedoch hatte ich keine Ahnung, was für ein Typ er war – und so war ich nach unserem ersten Treffen total begeistert, dass mir ein Ur-Bayer, im Dialekt, die komplexesten Gedanken über Kunst näherbringen konnte, während er weder die an der Akademie übliche Sprache, mit Worthülsen aus Werkanalysen alter Meister, noch Endlostexte gespickt mit fragwürdigen Fremdwörtern, gebrauchte. Die Zusammenarbeit mit Alf war sehr unkompliziert und Dank seiner anpackenden Art, mündete diese 1991 in der AusstellungjETZT in der Lothringerstraße 13 in München.

Was mir an Alf ebenfalls imponierte, war seine Unvoreingenommenheit: Meine Arbeiten lagen eigentlich überhaupt nicht auf seiner Wellenlänge – ich bediene mich nach wie vor gerne an dem „Schrott unserer Zivilisationsgesellschaft“ und baue diesen zu neuen Erlebniswelten zusammen – und trotzdem hörte er sofort die leisen Zwischentöne. Dies hätte ich von einem, der seine Arbeiten zum Teil mit dem Vorschlaghammer bearbeitet, so nicht erwartet!»

 

 

Chris Kuttler, geboren 1961 in Niederhatzkofen, Niederbayern, studierte nach einer Steinmetzlehre und Studien der Kunstgeschichte, von 1989 bis 1993 Bildhauerei und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Wolf-Dieter Meyer und Alf Lechner.

Seit 1996 ist er Kunsterzieher am Hallertau-Gymnasium in Wolnzach. Zwischen 1988 und 2001 nahm er an mehr als 20 Ausstellungen in Deutschland und Österreich teil.

Chris Kuttler lebt und arbeitet in Abensberg.

 

 

 

 



VERGANGENE AUSSTELLUNG 2021



Das Lechner Museum freut sich die Ausstellung DIVIDED WE STAND der Fotografen Mathias Braschler und Monika Fischer präsentieren zu dürfen.

Diese Ausstellung ist schon vor der Eröffnung eine der meist besuchten Ausstellungen im Lechner Museum: Über 10.000 Besucher erkundeten seit ihrem virtuellen Beginn im November auf divided-we-stand.us.

 

dws
Bildunterschrift 

24.000 Kilometer in 100 Tagen legten Mathias Braschler und Monika Fischer auf ihrer Tour quer durch die USA zurück, um die Zerrissenheit des Landes zu portraitieren. Mit einem Pop-up-Fotostudio im Gepäck reiste das Schweizer Fotografenpaar durch vierzig amerikanische Bundesstaaten.

Braschler/Fischer porträtierten und interviewten Amerikaner*innen aus allen Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen, und erfuhren die zunehmende Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft in der Nahaufnahme. Das urbane und das ländliche Amerika zeigen kaum noch Berührungspunkte. Ein Riss trennt zunehmend weiß und schwarz, arm und reich, Rechte und Linke, Trump-Fans und BidenUnterstützer und teilt ganze Familien. Diese Kluft markiert das Innenleben des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten. «Divided We Stand», die aktuelle Fotoausstellung von Braschler/Fischer im Lechner Museum Ingolstadt, ermöglicht einen hautnahen und authentischen Einblick in eine gespaltene Nation. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen ausdrucksstarke Amerikaner*innen, welchen das Fotografenpaar auf dem viermonatigen Road Trip begegnet sind. Diese Menschen erzählen von den politischen und sozialen Veränderungen – und den Auswirkungen auf ihre persönliche Realität. Die bewegenden Stimmen der Portraitierten, welche den Betrachter begleiten, gestatten einen unmittelbaren Zugang zu den Geschichten hinter den intensiven Bildern. Denn die zum Teil überlebensgroßen, hyperrealen Portraits sind authentisch, roh und ungefiltert – und die dominierende Einstellungsgröße des Bildausschnitts ist in der Filmsprache nicht nur zufällig als „Amerikanische“ bekannt.

Die Ausstellung vermittelt durch die multimediale Aufbereitung durch Foto, Film, Original Audio-Mitschnitten und Texten auf Deutsch und Englisch eine Möglichkeit, die Menschen in den USA von heute und die bisherigen Folgen der Präsidentschaft Trump verstehen zu lernen. «Divided We Stand» war bereits im bekannten Schweizer Stapferhaus zu sehen und wird nun in erweiterter Form mit 47 Werken erstmals in Deutschland präsentiert. Die Ausstellung «Divided We Stand» im Lechner Museum Ingolstadt wird durch einen gleichnamigen Bildband (Hartmann Books) begleitet. Die Impact-Fotografen Braschler/Fischer sind für ihre Portraitfotografie mit Tiefgang mehrfach ausgezeichnet, so zum Beispiel mit dem World Press Photo Award, dem Hansel-Mieth Preis und dem European Publishing Award. Ihre Arbeiten zu Klima- und Politthemen werden in Museen und Galerien weltweit gezeigt und sind in zahlreichen internationalen Magazinen und als Bücher publiziert worden. Parallel zur Foto-Ausstellung im Obergeschoss des Lechner Museums werden im Erdgeschoss Werke aus massivem Stahl von Alf Lechner gezeigt, die aus der Spaltung des Werkstoffs hervorgegangen sind. Tonnenschwere Stahlzylinder, die ihr innerstes offenbaren, aufgespalten durch ihre eigene Molekularkraft, stehen im räumlichen Bezug zu gebrochenen Stahlplatten oder von einer Stahlsäge zertrennten wellenförmigen Platten, die hochkant wie eine vertikal verlaufende Welle erscheinen. In beiden Präsentationen offenbart sich das Innerste durch die erfahrene Spaltung, wird eine individuelle Verletzbarkeit und Besonderheit für den Betrachter erlebbar, die ansonsten verborgen bleibt.

 


Inga Jónsdóttir

 

«Das Wesentliche meiner Arbeit sind das Material, die Form und die Bezüge, die sie für den Betrachter und auch für mich eröffnen kann.

Ich lade den Betrachter ein, sich die Zeit zu nehmen, die er braucht, um sich mit den Kunstwerken zu verbinden und über verschiedene Verbindungen zu ihnen nachzudenken. Dann kann es hilfreich sein, darüber nachzudenken, welche Eigenschaften das Material und die Form haben, und welche historischen oder imaginären Verbindungen zur Kunst und zum Alltagsleben bestehen. Was kann das Kunstwerk widerspiegeln?

Als ich 1989 nach München zog, um an der Akademie der Bildenden Künste zu studieren, begegnete ich den Werken von Alf Lechner – und wurde zu einem grossen Bewunderer. Dass Lechner in meinem letzten Studienjahr Gastprofessor an der Akademie wurde, war ein Geschenk des Himmels. Natürlich schrieb ich mich ein. Als Professor war er ermutigend, informativ und unterstützte mich bei meiner Arbeit und meinen Ideen.

Die Arbeit Sphere ist Lechner gewidmet; eine Hommage an ihn und sein Werk Versinkende Kugel (1983). Seine Skulptur stellt den Kern, den Ursprung meiner Kreation für diese Ausstellung dar. Beide Kunstwerke haben die gleiche Form und sind beide massiv, obwohl sie aus sehr unterschiedlichem Material sind. Das eine fest und beständig, das andere leicht und luftig – doch beide kommunizieren mit der Umgebung.

Die Arbeiten Nordic Horizon 1-5 haben auch eine Verbindung zu Lechner, da er mir erzählte, dass er skandinavische Landschaftsmalerei aus dem 19. Jahrhundert sammele. Diese Skulpturen für die Wand sind auf eine Weise aufgebaut, wie ich schon früher gearbeitet habe, mit Schichten über Schichten, als Formation von Land. Und auch die Zeit ist ein Thema in meinen Werken.»

 

Inga Jónsdóttir, geboren 1953 in Island, studierte Kunst, von 1985 bis 1989 am Iceland College of Arts and Crafts und von 1989 bis 1992 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Leo Kornbrust und Alf Lechner. Nach ihrem Studium in Island wurde sie mit einem Preis für Bildhauerei ausgezeichnet, und erhielt nach Abschluss ihres Studiums in München 1992 den Preis der Danner-Stiftung und den Kardinal Wetter Förderpreis für ihre Arbeiten. 1994 folgte eine Auszeichnung für ihre Aussenskulpturen, sowie ein einjähriges Künstlerstipendium 2002. Seit 1992 bis 2007 erhielt Inga Jónsdóttir sieben Einzelausstellungen in Museen, Galerien und Künstlerräumen in Reykjavík, Selfoss, Seydisfjordur, Skriduklaustur, Akureyri und Isafjordur. Sie nahm ausserdem an 25 Gruppenausstellungen teil, u.a. in Island, Deutschland, Dänemark und Grönland.

Jónsdóttir gründete und kuratierte 1995 und 1996 das Kunstfestival Á Seyði in Seyðisfjörður, Island. Als Kuratorin des Svavar Guðnason Museums in Höfn kuratierte sie 2002 die internationale Kunstausstellung Camp Hornafjörður in Höfn. Jónsdóttir wurde 2007 Direktorin des Listasafn Árnesinga / LÁ Art Museum in Hveragerði, wo sie bis 2020 zahlreiche Ausstellungen kuratierte. Mehrere ihrer Ausstellungen erhielten große Anerkennung und das LÁ Art Museum wurde 2018 mit dem Isländischen Museumspreis ausgezeichnet. Inga Jónsdóttir lebt und arbeitet in Reykjavik, Island.

 


Jörg Steiner

 

«Die Faszination der Stilleben-Fotografie besteht für mich in der Möglichkeit, meine mich

unmittelbar umgebende Lebenswelt als Ressource einer künstlerischen Transformation nutzen zu können. Da dem Blick auf das Nahe und Unmittelbare ja immer auch das Sehen, Erleben und Empfinden vorangegangener Menschen und deren Epochen eingeschrieben ist, ist Sehen für mich immer auch Sehen durch eine geerbte Brille.

Das flämische Stilleben mit seiner geradezu obsessiven Beschäftigung mit Totem und Unbelebtem, zu Verzehrendem oder Erlegtem ist für unser Verhältnis zur Natur nicht minder normativ als die dazu diametral stehende ostasiatische Kunst und deren Gewichtung des Naturschönen. Den dargestellten Wasserbüffeln, Zikaden und Lotusblüten wird dort niemals auch nur ein Härchen gekrümmt, oder ein Stengelchen geknickt.

Was meine eigene Beschäftigung mit dem Sujet betrifft, faszinieren mich beide Positionen gleichermaßen, die der Beutemacher so wie die der Kontemplationisten,.

Als Lebewesen, dessen Existenz maßgeblich auf den Austausch mit anderen Lebewesen ausgerichtet ist, gilt mein Interesse zuallererst dem einzelnen Tier und dessen individueller Lebens- und Todeswirklichkeit, mitten um und unter uns.

Das Werk meines Professors Alf Lechner ist von meinen Ansätzen nur scheinbar weit entfernt. Lechners Stahlskulpturen stellen Gegenstände im Raum dar, und gleichen damit anderen großformatigen Objekten wie Häusern oder Felsen. Ihre Wirkung aber, ihr ‚impact‘, ist verglichen mit diesen ungleich stärker. Natürlich ist der Stahl, das Bewusstsein seiner brutalen Schwere, wichtig. Der Punkt, auf den es aber ankommt, ist, daß das Wesentliche von Lechners Skulpturen immer in ihrem Bezug zum 'rechten Maß’ liegt. Die Wirkung seiner Skulpturen verdankt sich deshalb selten deren überragender Maßstäblichkeit, sie erscheinenaber dennoch monumental.

Die meine Fototableaus bevölkernden Protagonisten - Insekten, Früchte, Nutztiere, Alltagszeug - wirken auf ganz andere Weise monumental. Auch sie sind nichts weiter als Körper im Raum, deren Präsenz sich denen der Fotografie eigenen, technischen und illusionistischen Grundlagen verdankt und dadurch eine, gewissermaßen aus dem Hut gezauberte, Monumentalität vermitteln.

Der Radius meines Agierens als Fotograf ist oft der Hof, der Garten, die Territorien der Nachbarn, aber vor allem mein eigenes altes Haus in Rumänien. Andere, längst verblichene Menschen lebten dort, von ihrem Dasein zeugen diese und jene Hinterlassenschaften. Mein eigenes Existieren dort, und das meiner Frau, überlagert und durchdringt sie. Zugleich entstehen um mich herum neue, von sich einfindenden Dingen eingenommene und von allerlei Tieren und Pflanzen besiedelte Mikro-und Makroterritorien. Unversehens werde ich Teil, oft Feind, einer Gesellschaft wechselnder Hausgenossen. Dieser Ort ist mir eine tägliche Ressource der Schaulust und des Staunens.»

 

Jörg Steiner, geboren 1960 in Stuttgart, schloß 1986 seine Steinbildhauerlehre ab und studierte 1988 bis 1995 an der Münchner Akademie der Bildenden Künste bei Hubertus v. Pilgrim, Leo Kornbrust und Alf Lechner. Seit 1992 nahm er an zahlreichen Ausstellungen teil, und wurde außer in Deutschland u.a. auch in Frankreich und Rumänien ausgestellt. Seit 2016 gewann er vier deutsche Fotowettbewerbe. Steiner lebt und arbeitet als freischaffender Maler und Fotograf in München.

Dieter Kunz

 

«Der Systemcharakter von Raum, insbesondere von öffentlichem Raum ist Hauptthema meiner Arbeiten. Der Raum ist ein System von komplexen Beziehungen. Er wird durch seine Funktion und durch Informationen definiert, die sich in der Ausprägung seiner Oberflächen und in seiner Topografie widerspiegeln. Ich verändere, erweitere und überbrücke die Grenzen des Raums oder wähle neue Definitionen, um in ihm vorhandene Potenziale aufzuzeigen. Dem Betrachter meiner Arbeiten wird eine Funktion übertragen, er ist aktiv in das Werk eingebunden. Seine Positionierung im Raum ist entscheidend. Das Wort Positionierung ist nicht nur statisch, sondern auch dynamisch (physikalisch und gedanklich) zu verstehen. Meine Arbeit fordert den Betrachter auf, sich im Raum zu bewegen und ihn dadurch neu wahrzunehmen. Denn jedes Positionieren setzt Information über das Umfeld und Kommunikation mit dem Umfeld voraus. Diese Wahrnehmungsprozesse stehen für mich im Vordergrund.

 

Der Weg zu dieser Arbeitsweise führte über meine frühen Steinskulpturen zu einem Basisvokabular, das auf drei formale Begriffe reduziert werden kann: Punkt, Linie und Zeit. Der Punkt ist kleinste Einheit einer Information, die Linie einfache Verbindung von Punkten oder Richtungsweisung, die Zeit Entwicklungs- oder Wahrnehmungsspielraum für das so beschriebene System. Aus dem ursprünglichen Schlagen auf den Stein wurde ein Zeigen, ein Aufzeigen des Potenzials möglicher Veränderung. Mein Werk versucht, ein bewussteres Verhältnis zur Realität zu initiieren. Die von mir provozierte Vorstellung soll dem Betrachter seinen Einfluss auf den Raum verdeutlichen und die Möglichkeiten, die er in sich trägt, zu erspüren. Ich besetze mit meinen Arbeiten nicht den Raum, sondern definiere oder spiegele ihn. Oft nutze ich auch akustische und lichtbestimmte Eigenheiten des Raumes und entwickle Skulpturen in Form von Licht- (z.B. Video, Laser) und Klanginstallationen. Auch dadurch verwandle ich den jeweiligen Ort in eine Kommunikationsplattform.»

 

Dieter Kunz, geboren 1963 in St. Wendel, erwarb 1985 ein Diplom in Energietechnik und studierte von 1988 bis 1994 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Leo Kornbrust und Alf Lechner. 1992 erhielt er auf die Empfehlung von Alf Lechner den Piepenbrock Nachwuchspreis für Bildhauerei. Mit einem DAAD Stipendium ging er 1995 nach London und studierte dort bis 1997 am Royal College of Art (RCA). 1996 erhielt er ein RCA-Stipendium für Tokyo und Kyoto, 1997 bekam er das Henry Moore Stipendium in London. 1997 studierte er zusätzlich an der Akademie der Künste in Wien und schloss seinen M.A. am RCA ab. 1998 wurde ihm der Asahi Shimbun Project Award in Tokyo verliehen. 2002 war er Artist in Residence an der Cité Internationale des Arts in Paris. 2014 wurde er für das Nanji-Recidence Progam des Seoul Museums of Art in Südkorea ausgewählt.

 

Zwischen 1991 und 2010 zeigte Dieter Kunz 18 Einzelausstellungen und nahm an 29 Gruppenausstellungen teil. Er unterrichtete als Dozent und Gastprofessor anKunsthochschulen in England, Deutschland, Kanada, Venezuela und Südkorea. Mit seinen Arbeiten bewegt er sich an der Schnittstelle von urbanem Raum, Architektur, Kunst und Wissenschaft. Dieter Kunz lebt und arbeitet in München und London.

 

 


Wolfgang Weileder

 

«Als Künstler bin ich vielleicht am bekanntesten für meine groß angelegten ortsspezifischen Installationen im öffentlichen Raum, die neue, temporäre Gebäude schaffen. Bei dieser Arbeit geht es in erster Linie darum, wie der öffentliche Raum besetzt, bewohnt und genutzt wird - und um die Art der Interaktion, die wir mit unserer städtischen Umgebung haben können. Ich bin wirklich daran interessiert, zu testen und zu erforschen, wie wir uns mit dem öffentlichen Raum und der Architektur auseinandersetzen, und wie wir den öffentlichen und sozialen Raum verhandeln. Die Beziehung zwischen Zeit und Raum, die Schnittstelle zwischen Dauerhaftigkeit und Vergänglichkeit, spielt bei diesen Erkundungen eine Schlüsselrolle, und war schon immer Teil meiner künstlerischen Praxis.

Mein Interesse dafür begann bereits während meines Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo ich bei Hubertus v. Pilgrim und James Reineking studierte. Während meines dritten Studienjahres ermutigte mich James, eine Veranstaltung von Alf zu besuchen, der gerade als Gastprofessor an die Akademie berufen worden war. Ich war sofort fasziniert von seiner mutigen und direkten Art, über seinen Ansatz und seine Praxis zu sprechen. Er schien ein echter Mensch zu sein, dessen Werk wirklich zu seiner Persönlichkeit passte. Es gab nichts Verstecktes, alles war eine starke Aussage und hatte eine immense Präsenz. Nach einigen Tutorials und Diskussionen lud er mich ein, an der von ihm kuratierten jETZT-Ausstellung in der Lothringerstraße 13 in München teilzunehmen. Beim Aufbau der Ausstellung war sehr gut zu sehen, wie schnell und intuitiv er Entscheidungen traf, wie und wo er die verschiedenen Kunstwerke platzierte. Er wollte sicherlich den Galerieraum herausfordern und gleichzeitig einen Dialog zwischen den verschiedenen künstlerischen Positionen seiner Studenten schaffen. Ich war sehr dankbar für diese wunderbare Gelegenheit, denn es war das erste Mal, dass ich meine Arbeiten in einem richtigen Galeriekontext zeigen und testen konnte.

Seitdem ist viel Zeit vergangen, und unsere Arbeit hat sich weiterentwickelt. Die Ausstellung jETZT II ist wieder eine großartige Gelegenheit, einige meiner Skulpturen und Fotografien, die ich in den letzten 20 Jahren gemacht habe, zu testen und zu zeigen, und sie in einem Dialog mit den künstlerischen Positionen meiner ehemaligen Studienkollegen zu sehen.»

 

 

Wolfgang Weileder, geboren 1965 in München, studierte, nach einer Lehre in Holzbildhauerei, von 1989 bis 1992 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Er lernte bei Hubertus v. Pilgrim, James Reineking und Alf Lechner. Er studierte ausserdem Fotografie an der School of Visual Arts in New York und war 1991 und 1992 an der University of Fine Art in Newcastle, Grossbritannien.

Seit 1995 hatte Weileder über 31 Einzelausstellungen und Projekte in Grossbritannien, Italien, Deutschland, Spanien, Belgien und den USA, u.a. mit der Unterstützung von 11 Stipendien und Förderungen. Er nahm ausserdem seit 1991 an über 58 Gruppenausstellungen und Screenings auf der ganzen Welt teil, u.a. in Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Spanien, Australien, Singapur und den USA. Zu seinen früheren Einzelausstellungsorten gehören: Lenbachhaus München, Kunsthalle Recklinghausen, Museo d'Arte Moderna di Bologna, STUK Leuven und IKON Birmingham. Kürzlich wurden

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ÖFFENTLICHE KOMBI-FÜHRUNGEN


 

Die maximale Teilnehmerzahl ist gegenwärtig auf 20 Personen begrenzt.

Wir bitten Sie daher herzlich, sich rechtzeitig anzumelden unter:

RESERVIERUNG

 

oder per E-Mail: lechnermuseum[at]ingolstadt.de

oder rufen Sie uns an unter:

Tel.: 0841-305 2250 oder Tel.: 0841-305 1838

 

Die Fahrtzeit vom Museum zum Skulpturenpark beträgt ca. 30-35 Minuten mit dem PKW.

Der Transfer nach Obereichstätt findet eigenverantwortlich statt.

Wir empfehlen geschlossenen Schuhe für den Besuch im Skulpturenpark.

 

Die nächsten öffentlichen Kombiführungen sind am:

 

Sonntag, den 1. August 2021

Kombi-Führung: (ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, den 15. August 2021

Kombi-Führung: (ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, den 22. August 2021

Kombi-Führung: (noch Plätze frei)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

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WUNSCH-TERMINE

Sie haben noch nicht das passende Datum gefunden? Ihr Wunschtermin ist bereits ausgebucht?

Dann buchen Sie doch zu Ihrem präferierten Zeitpunkt eine Führung für sich, Ihre Freunde, Ihre Familienfeier, als Geburtstagsgeschenk, Betriebsausflug etc. als Sonder-Führung unter:

 

lechnermuseum[at]ingolstadt.de

oder rufen Sie uns an unter:

Tel.: 0841-305 1838

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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VERGANGENE AUSSTELLUNGEN 2020


 

RUPPRECHT GEIGER, ALF LECHNER

ROT x STAHL

20. Februar - bis 13. September 2020

 


Eine 3D Panorama Tour und Videos zum Internationalen Museumstag am 17. Mai 2020


Digitale Führung mit Daniel McLaughlin


Wilkommen im Lechner Museum

Alf Lechner: Kugel, 1993

Rupprecht Geiger: Rollenbilder, 1990-1991

Rupprecht Geiger: 780/87, 1987

Rupprecht Geiger: Rote Trombe, 1985

Alf Lechner: Ringöffnung, 1998

Alf Lechner: 2/72, 1972

Alf Lechner: Stahlplatte Nr. 3, 1986

Alf Lechner: Aufbiegung stabilisiert, 2002

Rupprecht Geiger und Alf Lechner: Gemeinsamkeiten und Freundschaft

Alf Lechner: Ohne Titel, 1989

Rupprecht Geiger: Pinc Contra Orange, 2005

Rupprecht Geiger: 598/70, 1970

Rupprecht Geiger und Alf lechner: Vier Werke zum Thema Kreissegment

Zitate zur kunsthistorischen Bedeutung von Rupprecht Geiger:

Die Bedeutung des Werks von Rupprecht Geiger wurde von vielen wichtigen Persönlichkeiten und Museumsdirektoren in Deutschland anerkannt. So schrieb zum Beispiel Christian Ude (1993 bis 2004 Oberbürgermeister von München)
„Unzählige Male hat Geiger uns den Reichtum dieser warmen, kräftigen, leuchtenden Farben vorgeführt, mit dem mehrdimensionalen Werk „Neues Rot für Gorbatshow" ebenso wie mit der Gestaltung des U-Bahnhofes Machtlfingerstraße oder mit großflächigen Gemälden, die architektonische Räume vollenden und nicht etwa als Zierrat schmücken. Die Stadt [München] hat dem Jahrhundertkünstler, der Rupprecht Geiger nun in jedem Wortsinn ist, für grandiose Entdeckungen und imposante Werke zu danken." (1998)

 

Einer der wichtigsten Deutschen Museumsdirektoren seiner Zeit, Prof. Dr. Dieter Honisch (Kunsthistoriker, von 1975 bis 1997 Direktor der Neuen Nationalgalerie bei den Staatlichen Museen in Berlin) schrieb bereits in den 80er Jahren: „Wer Rupprecht Geiger kennt, der wird ihm sein Alter nicht Glauben. Sein Werk ist strahlend, wie am ersten Tag, und sein jungenhaftes Wesen und die immer noch kindlich strahlende Augen verraten, dass hier jemand ist, der sich von der Welt nicht hat beschädigen lassen. Vielleicht liegt darin die unversehrte Kraft dieses Mannes und dieses Werkes darin, dass sie sich nie angepasst hat..." (1983)

 

Die Bedeutung von Rupprecht Geiger beschreibt Helmut Friedel (1990 bis 2013 Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München) wie folgt: „Rupprecht Geiger ist es gelungen, dieser Farbe eine neue Dimension hinzuzufügen, sie vom Dinglichen, Materiellen auf eine spirituelle, geistige Ebene hinüberzuführen. Damit verdanken wir seiner Malerei eine neue Sicht von Rot. Allein für diese historische Leistung, aber auch für die grandiose Entdeckung der irregulären Bildflächen, den „shaped canvases" zu Beginn seines malerischen Werkes, verdient er einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte." (2003)


Zitate zur kunsthistorischen Bedeutung von Alf Lechner:

 

Prof. Dr. Dieter Honisch schrieb 1986 über Alf Lechner:
"Lechner hat den Stahl geknickt, gebogen, gewalzt und gehämmert, durchbohrt und geschnitten, erhitzt und bersten lassen, aufgerichtet und hingelegt, konzentriert und aneinander gereiht, im Inneren und im Äußeren, in Räumen und auf Plätzen realisiert (...) Er hat die Körper, Schritte und Teilungen berechnet und in unzähligen Zeichnungen und Modellen vorgeplant und entwickelt, und trotzdem wirken alle seine Arbeiten ganz spontan und ganz ursprünglich, so wie Zeichen einer anderen Welt, einer archaischen Zeit. Sie strahlen eine eigenartige Schönheit und Vollkommenheit aus, die aus nichts anderem als einem komplizierten Zahlenwerk bestehen."

 

Prof. Dr. Armin Zweite (ehemaliger Direktor des Lenbachhaus München sowie der Kunstsammlung Nordrheinwestfalen K20, K21) fasst die Bedeutung des Werkes von Alf Lechner so zusammen:
"Alf Lechner tritt Ende der 1960er-Jahre als Bildhauer in einer Umgebung hervor, die zumal in München noch weitgehend von der figürlichen Plastik geprägt wurde. Sein bevorzugtes, ja ausschließliches Arbeitsmaterial ist Stahl, wobei sich sein Formenvokabular zunächst dem Konstruktivismus der 1920er-Jahre und damit der euklidischen Geometrie verdankt. Zwischen Konzept Kunst und Minimal Art findet er dann jedoch sehr rasch zu seinem unverwechselbaren Stil. So geht es ihm nicht um die Kombination und Variation von galäufigen Grundformen wie Quadrat, Kreis bez. Kubus, Quader, Kugel, sondern vielmehr um deren Zerlegung, Zerteilung, Spaltung und Brechung.


Der Prozess des Machens spielt demnach eine zentrale Rolle in Lechners Schaffen, wobei die Eigenschaften des Stahls erprobt werden, d.h. seine Festigkeit, Härte, Dehnbarkeit, Korrosionsbeständigkeit. Die Evokation von Gefühlen des Lastens und der Schwere, die Beziehung von Maß und Gewicht, die Differenzen von Schmieden und Walzen, Schneiden und Flämmen und der Kontrast von verdichteter Masse und Leere bzw. von konkreter und imaginärer Form bestimmen den Charakter seiner Werke. In seinem umfangreichen Oeuvre, das einen Zeitraum von einem halben Jahrhundert umfasst, geht es daher immer wieder um das Verhältnis von Technik und Kunst, von Rationalität und Emotionalität, von Reflexion und Prozess, Kalkül und Zufall - letztlich von rationalem Vorgehen und geradezu irrationalem Resultat. Dabei konkurriert die komplexe ästhetische Wirkung mit den oft einfachen, manchmal aber auch schwer nachzuvollziehenden Arbeitsprinzipien. Das gesamte Oeuvre ist von einer inneren Konsequenz und Folgerichtigkeit bestimmt, die in Zeiten einer radikalen Ausweitung künstlerischer Praktiken und völligen Auflösung von Qualitätskriterien etwas ungemein Bestechendes hat. Wie jung, innovativ und entwicklungsfähig sein Oeuvre bis jetzt geblieben ist, ließ sich bis in die jüngste Zeit beobachten." [...]


"Alf Lechners Oeuvre lässt zweierlei erkennen: Einerseits seine betonte Zurückhaltung gegenüber dem Geist des Aufbruchs, des Optimismus, des Visionären (was Zero-Künstler im Rheinland propagierten), andererseits aber eine unübersehbare Abwendung von den bis dato gängigen bildhauerischen Verfahren. Während man nämlich von Gonzalez bis Chillida immer wieder schweißt, um eine bestimmte Gestalt hervorzubringen und zum symbolischen Ausdrucksträger zu machen, geht es Lechner um das Verhältnis von Maß und Material, von Proportion und Prozess, um Geometrie und Physik. Daneben spielt das Prozessuale eine wichtige Rolle. In seinem Schaffen manifestiert sich eine besondere Haltung, die ihn einerseits mit wichtigen deutschen Bildhauern wie Norbert Kricke, Erwin Reusch, Erich Hauser in Verbindung bringt, andererseits aber auch mit Richard Serra, Carl André, Donald Judd und Sol LeWitt in Beziehung setzt. So gesehen setzt sich in seinem höchst eigenständigen Oeuvre der Dialog zwischen Europa und Amerika fort."

RAHMENPROGRAMM


 

Die maximale Teilnehmerzahl für Führungen ist im Einklang mit den geltenden Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes bis auf weiters begrenzt. Daher bitten wir Sie herzlich um Ihre rechtzeitige Anmeldung per email an:

 

lechnermuseum[at]ingolstadt.de

 

oder rufen Sie uns an unter:

 

Tel.: 0841-305 1838

 

Sonntag, 23. August 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, 30. August 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, 06. September 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sollte Ihr Wunschtermin aufgrund des großen Interesses und der hohen Nachfrage ausgebucht sein, können Sie gerne auch eine private oder Sonder-Führung buchen unter lechnermuseum[at]ingolstadt.de

oder rufen Sie uns an unter:

Tel.: 0841-305 1838

 

Vergangene Termine waren:

 

Sonntag, 23. Februar 2020

Kombi-Führung:

11.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

13.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

 

Samstag, 7. März 2020

Archiv Geiger München:

Tag der Archive
Mit Familienführung. Details und Anmeldung unter www.archiv-geiger.de

 

Dienstag, 24. März 2020

um 18.30 Uhr verschoben

Katalogpräsentation mit anschließender Kuratoren-Führung im Lechner Museum – Julia Geiger und Daniel McLaughlin führen durch die Ausstellung ROT X STAHL

 

Donnerstag, 19.März 2020

 um 18.30 Uhr verschoben

Siebdruck-Workshop mit Archiv Geiger in München.

Details und Anmeldung unter www.archiv-geiger.de

 

Sonntag, 29. März 2020

Kombi-Führung: verschoben

11.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

13.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

 

Montag, 6. April 2020

Archiv Geiger München: verschoben

Osterferienprogramm für Kinder
Details und Anmeldung unter www.archiv-geiger.de

 

Sonntag, 26. April 2020

Kombi-Führung: verschoben

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt,

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

 

Donnerstag, 14. Mai 2020

um 19:30 Uhr Vortrag: – Eintritt frei: verschoben

Julia Geiger spricht über ihren Großvater:

"Rupprecht Geiger - Die Farbe als Lebenselixier!"

 

Sonntag, 17. Mai 2020

Internationaler Museumstag – Eintritt frei:

Aus gegebenem Anlass bieten wir ein digitales Sonderprogramm

„Das Museum für alle – Museen für Vielfalt und Inklusion"

 

Sonntag, 31. Mai 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Teilnehmerzahl: maximal 20 Personen

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Montag, 01. Juni 2020

Extra-Führung am Pfingstmontag!

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Teilnehmerzahl: maximal 20 Personen

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, 07. Juni 2020

Extra-Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Teilnehmerzahl: maximal 20 Personen

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Donnerstag, 11. Juni 2020

Fronleichnam

Extra-Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Teilnehmerzahl: maximal 20 Personen

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, 14. Juni 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Teilnehmerzahl: maximal 20 Personen

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, 28. Juni 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, 05. Juli 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, 12. Juli 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, 19. Juli 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

Sonntag, 26. Juli 2020

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

Sonntag, 02. August 2020

 

Kombi-Führung: (bereits ausgebucht)

14.00 Uhr Lechner Museum Ingolstadt

16.00 Uhr Lechner Skulpturenpark Obereichstätt

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung ist daher dringend empfohlen

 

 


ERÖFFNUNG


 

Die Stadt Ingolstadt, vertreten durch Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel, lädt Sie und Ihre Freunde, gemeinsam mit der Alf Lechner Stiftung und dem Archiv Geiger, herzlich zur Eröffnung der neuen Ausstellung und zum Festakt zum 20-Jahre-Jubiläum ins Lechner Museum ein.

 

Donnerstag, den 20. Februar 2020

 

18:00 Uhr Festakt und Eröffnung der Ausstellung im Lechner Museum Ingolstadt

 

Es sprechen:

 

Dr. Christian Lösel
Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt

 

Carolina Trautner, MdL
Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales

 

Dr. Isabel Reindl
Oberkonservatorin, Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern

 

Prof. Dr. Armin Zweite
Ehemaliger Direktor Museum Brandhorst, München

 

Dr. Mathias Mühling
Direktor Lenbachhaus, München

 

Julia Geiger
Kuratorin und Leiterin Archiv Geiger, München

 

Daniel McLaughlin,
Kurator der Alf Lechner Stiftung

 

Den musikalischen Rahmen bietet das Georgische Kammerorchester Ingolstadt GKO

 

19:00 Uhr Empfang mit Buffet

 

 

 

Über die Ausstellung

Das Lechner Museum präsentiert in seine Jubiläums-Ausstellung zum 20 jährigen Bestehen des Museums

Alf Lechner und Rupprecht Geiger waren sowohl in ihrem Werk, ihrer Freundschaft, als auch durch ihre bayerischen und Münchener Wurzeln verbunden. „Die Münchener Wurzeln von Alf und Rupprecht wurden besonders deutlich, wenn sich beide Künstler im Atelier trafen. Ihre Freundschaft und ihre lebhaften Gespräche waren für beide stets eine Bereicherung" berichtet Camilla Lechner. Beide Künstler waren Autodidakten. Rupprecht Geiger zählt zu den wichtigsten abstrakten Malern der deutschen Nachkriegsavantgarde, Alf Lechner ist der bedeutendste Stahlbildhauer der Nachkriegsmoderne in Deutschland.

 

Es war Alf Lechner seit vielen Jahren ein Herzenswunsch, eine Ausstellung mit Rupprecht Geiger im Lechner Museum zu präsentieren. In den Jahren vor Geigers Tod 2009 ließ sich dieser Wunsch nicht mehr realisieren. Daher ist es dem Lechner Museum eine besondere Freude, in enger Zusammenarbeit mit Julia Geiger und dem Geiger Archiv, diese Idee anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Lechner Museums Wirklichkeit werden zu lassen. Diese erste gemeinsame Museumsausstellung der beiden in München geborenen Künstler, stellt durch seine überregionale Strahlkraft einen idealen und farbenfrohen Auftakt zum Jubiläumsjahr dar.


In der Ausstellung werden auf beiden Etagen des Museums die Werke von Alf Lechner und Rupprecht Geiger gegenübergestellt. Elf Skulpturen aus Stahl und drei große Zeichnungen von Alf Lechner, die sich mit dem Thema Quadrat, Kugel, Kreisbogen befassen, treten in Dialog mit den „shaped canvases" und der monochromen geometrischen Bildgestaltung mit Kreis, Linie, Quadrat und Rechteck im Werk von Geiger.
Die Ausstellung arbeitet den Werdegang beider Künstler als Leitfiguren der Abstraktion heraus und die Bedeutung von Oberflächen und Form als physisches Farb- sowie skulpturales Raumerlebnis. Die von Geiger beschriebene „Wandlung der Farbmaterie zum Farbgeist" steht dabei in direkter Beziehung zur „Komplexität der Einfachheit" bei Lechner. Es wird anhand der ausgestellten Werke deutlich, wie beide Künstler von unterschiedlichen Standpunkten, dem des Malers und dem der Bildhauers, in die gleiche Richtung der Abstraktion, Ausdrucks- und Formensprache gearbeitet haben.

 

Die geistige Verwandtschaft und Harmonie im Inhalt ihrer Werke aber auch die Gegensätzlichkeit im Ausdruck der Materialien in der Kunst von Rupprecht Geiger (1908 – 2009) und Alf Lechner (1925 – 2017) wird an dem gemeinsamen Projekt „Stehle und Scheibe" besonders deutlich, welches 1987 vor dem Münchner Kulturzentrum Gasteig errichtet wurde.
Die Bedeutung dieser beiden „Großmeister der Abstraktion" wird in dieser Ausstellung auf besondere Weise durch die Gegenüberstellung vermittelt.
Rupprecht Geiger, der als Maler seine Leinwände wie Skulpturen formte und Räume aus Farbe gestaltete (Unisono Rot und Unisono Pink) steht den Werken von Alf Lechner gegenüber, der aus der geometrischen Form im Stahl neue Strukturen und der wahren Farbe des Stahls, dem „Rost" als malerisch schöne und sich vielfältig wandelnde Oberflächen neuen Raum und eine zentrale Bedeutung gab. "Mein ganzes Lebensziel ist die Einfachheit" sagte Alf Lechner gerne, und weiter: "In der Einfachheit steckt soviel Kompliziertes, dass man gar nicht einfach genug sein kann. Wirkliche Entdeckungen macht man ja nur in den einfachsten Formen. Je überladener eine Form ist, desto weniger sieht man das Wesentliche."

 

Rupprecht Geiger erhielt 2008, zu seinem 100. Geburtstag, eine Reihe von bedeutenden Ausstellungen in Bonn, München, Berlin und im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt. Zuletzt war Geiger mit einer umfassenden Retrospektive „Pink kommt!" in Sindelfingen und Chemnitz zu sehen. Neben den Ausstellungen im Lechner Museum Ingolstadt wurden in den vergangenen zwei Jahren die Werke Lechners auch in Einzelausstellungen in Burghausen, München, Landshut und Berlin präsentiert.

 

Mit der ersten Ausstellung der Gegenüberstellung beider Künstler leistet die Alf Lechner Stiftung einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis, Bedeutung und kunsthistorischen Einordnung beider bedeutender Künstler, die auch in einem Katalog dokumentiert wird. Die Ausstellung wird von Mathias Mühling, Direktor im Lenbachhaus München, eröffnet.

 

Mit dem umfangreichsten Rahmenprogramm bisher, wird das Lechner Museum sowohl Workshops für Kinder und Erwachsene anbieten, Erfahrungs- und Gesprächs-Räume öffnen, und zu Besuchen im Studio von Rupprecht Geiger in München einladen. Ein besonderes Erlebnis wird z.B. die Möglichkeit bieten, bei einem Besuch in der Druckerei eine eigene „Geiger-Grafik" mit den original Pigmenten von Rupprecht Geiger zu drucken.

 

Begleitend zur Ausstellung im Lechner Museum wird die Alf Lechner Stiftung im Papierhaus des Lechner Skulpturenpark Obereichstätt Grafik von Rupprecht Geiger und Alf Lechner präsentieren. Man wird auch ein gemeinsam gestaltetes Künstlerbuch mit Original-Werken von Rupprecht Geiger und Alf Lechner sowie Gedichten von Felizitas Frischmuth ausstellen, welches von Camilla Lechner gestaltet und gebunden wurde. Dieses Buch, von dem die Stadt München 20 Original-Exemplare erworben hat, wird zum ersten Mal öffentlich ausgestellt.


Rotbuch #1 
Rotbuch #2 

VERGANGENE AUSSTELLUNGEN 2019


 

ALF LECHNER

EMOTIONAL RATIONAL

1. September - 29. Dezember 2019


Bildunterschrift 

ZUM THEMA

 

Ingolstadt liegt an der Donau, aber das städtische Leben findet eigentlich kaum am Fluss statt. Seit Jahren wird darüber diskutiert, mit welchen städtebaulichen Maßnahmen Ingolstadt näher an die Donau rücken kann – bisher jedoch fast ohne einschneidende Ergebnisse. Ist es jetzt an der Zeit mit Mut zielführende Schritte umzusetzen?

 

Die Fluss-Skyline ist auch für Ingolstadt eine Chance. Nirgends sonst kann sich eine Stadt so wirksam präsentieren. Herausragende Bauwerke und innovativ geformte Kulturbauten wirken vor einem schimmernden, spiegelnden Fluss stets am Besten. In vielen Städten stehen die ungewöhnlichsten, ambitioniertesten Bauwerke am Wasser – auch um weithin sichtbar zu sein. Und Ingolstadt? Wird hier eine Chance vertan? Sollten wichtige, repräsentative Bauwerke ans Ufer gerückt, und somit ein neuer urbaner Lebensraum erschlossen werden?

 

Der DONAUKURIER und die Alf-Lechner-Stiftung veranstalten zum Thema: „Wolkenbügel, Kammerspiele und das Donauufer: Haben mutige Ideen in Ingolstadt eine Chance?" am Dienstag, 15. Oktober um 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion im Lechner-Museum. Auf dem Podium werden die Architekten Prof. Dipl. Ing. Stephan Braunfels, Alexander Häusler, Peter Bachschuster sowie der Alt-OB Peter Schnell und die Unternehmerin Sigrid Diewald diskutieren. Der Eintritt ist frei. Nach der Diskussion gibt es genügend Zeit für das Publikum, sich weiter über das Thema auszutauschen. Dies ist die sechste Podiumsdiskussion im Rahmen des DONAUKURIER-Forums "Stadtidentität" im Lechner Museum.

 

 

 

 

SONDERVERANSTALTUNGEN

PODIUMSDISKUSSION

 

Der DONAUKURIER und die Alf Lechner Stiftung laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur sechsten Podiumsdiskussion zur Stadtidentität ins Lechner Museum Ingolstadt ein.

 

Dienstag, den 15. Oktober 2019

um 19:30 Uhr

 

„Wolkenbügel, Kammerspiele und das Donauufer: Haben mutige Ideen in Ingolstadt eine Chance?"

 

Mit uns diskutieren folgende Gäste:

 

Peter Bachschuster, Stadtplaner und Architekt, Ingolstadt
Prof. Stephan Braunfels, Architekt, Berlin
Sigrid Diewald, Unternehmerin, Ingolstadt
Alexander Häusler, Stadtplaner und Architekt, Ingolstadt
Peter Schnell, Alt-OB Ingolstadt
Einführung zum Thema: Claudia Borgmann, Kunsthistorikerin und Journalistin, Ingolstadt
Moderation: Jesko Schulze-Reimpell, Leiter der Kulturredaktion im Donaukurier

 

Eintritt Frei

TEILNEHMER

Peter Bachschuster kam 1964 in Ingolstadt zur Welt. Nach dem Studium des Bauingenieurwesens und der Architektur eröffnete er 1993 ein Architekturbüro in Ingolstadt. Inzwischen leitet er weitere Büros in Shanghai und Linz.

 

Prof. Stephan Braunfels, geboren 1950 in Überlingen am Bodensee, studierte von 1970 bis 1975 Architektur an der TU München. Nach der Gründung seines Büros für Architektur und Städtebau 1978 in München eröffnete er 1996 ein zweites Architekturbüro in Berlin. Er plante und baute unter anderem die Pinakothek der Moderne in München, die Neue Mitte Ulm sowie das Paul Löbe Haus und das Marie Elisabeth Lüders Haus des Deutschen Bundestags sowie das Deutschen Bundesarchiv in Berlin.
Seit Jahrzehnten hat sich Stephan Braunfels kritisch mit Gegenentwürfen zu städtebaulichen Fehlplanungen wie der Bayerischen Staatskanzlei am Münchner Hofgarten, dem Humboldt Forum im Berliner Schloss oder dem Museum der Moderne auf dem Berliner Kulturforum geäußert. Stephan Braunfels hat das städtebauliche Leitbild für den Wiederaufbau der Dresdener Innenstadt sowie viele Masterpläne für München, Dresden und Berlin entwickelt.

 

Peter Schnell kam 1935 in Ingolstadt zur Welt. Nach dem Jurastium arbeitete er als Staatsanwalt und Richter. Zwischen 1966 und 1972 war Schnell Abgeordneter im Bayerischen Landtag und dann bis 2002 Oberbürgermeister von Ingolstadt. Er ist unter anderem Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse sowie des großen Bundesverdienstkreuzes. Seinem nachhaltigen und umfangreichen Engagement für Kunst und Kultur sind unter Anderem die Gründung des Museum für Konkrete Kunst und das Lechner Museum in Ingolstadt zu verdanken.

 

 

FÜHRUNGEN

ÖFFENTLICHE KOMBI-FÜHRUNGEN


Sonntag 29. September 2019
14 Uhr Museum + 16 Uhr Skulpturenpark


Sonntag 27. Oktober 2019
11 Uhr Museum + 14 Uhr Skulpturenpark


Sonntag 24. November 2019
11 Uhr Museum + 14 Uhr Skulpturenpark

 

Donnerstag 26. Dezember 2019
11 Uhr Museum + 14 Uhr Skulpturenpark

 


Zur Buchung von privaten Führungen, Sonder-, Gruppen- oder Schulführungen kontaktieren Sie uns gerne unter:

lechnermuseum@ingolstadt.de

oder:

+49 (0)841 305 2250

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sigrid Diewald geboren 1969 in Kösching bei Ingolstadt absolvierte Ihr Studium in Industriedesign 1989-1993 und erhielt Ihr Diplom für Industrie- und Produktdesign an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd. Seit 1999 ist sie geschäftsführende Gesellschafterin der Kommunikationsagentur schnellervorlauf gmbh in Ingolstadt. Sigrid Diewald ist aktives Beiratsmitglied im Kunstverein Ingolstadt sowie 1. Vorsitzende des 2019 gegründeten Vereins Neue Sicht e.V., Ingolstadt

 

Alexander Häusler ist Stadtplaner und Architekt aus Ingolstadt und mit dem Bauen und der Architektur vor Ort seit seiner Kindheit vertraut. Er studierte und lehrte in München und in den USA, wo er auch an Großprojekten wie dem One World Trade Center mitwirkte. Mit seinem Büro setzt er sich intensiv mit Städtebau und Stadtentwicklung Ingolstadts auseinander, dabei wurde unter anderem auch der Stadtpark Donau ins Leben gerufen.

 

Claudia Borgmann studierte Architektur und Kunstgeschichte in Aachen, St. Etienne und München. Neben ihrer freiberuflichen journalistischen Tätigkeit als Architekturkritikerin insbesondere für den Donaukurier, ist sie mit ihrem Unternehmen "querVision" im Bereich des Kulturmanagements, der Kunst- und Architekturvermittlung aktiv. Sie ist Mutter von drei Kindern und lebt in Wettstetten bei Ingolstadt.


RAHMENPROGRAMM

 SONDERVERANSTALTUNGEN

im Lechner Museum:

 

Dienstag 15. Oktober 2019 um 19:30 Uhr

Podiumsdiskussion

Eintritt frei

 

 

Mittwoch 2. Oktober 2019 um 19 Uhr

Sonderveranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit

Eintritt frei

 

 

Samstag 21. September 2019

Tag der offenen Tür

Eintritt frei


Samstag 7. September 2019

Nacht der Museen

Sonderprogramm

 

 

 


ÖFFENTLICHE KOMBI-FÜHRUNGEN


Sonntag 29. September 2019
14 Uhr Museum + 16 Uhr Skulpturenpark


Sonntag 27. Oktober 2019
11 Uhr Museum + 14 Uhr Skulpturenpark


Sonntag 24. November 2019
11 Uhr Museum + 14 Uhr Skulpturenpark

 

Donnerstag 26. Dezember 2019
11 Uhr Museum + 14 Uhr Skulpturenpark

 


Zur Buchung von privaten Führungen, Sonder-, Gruppen- oder Schulführungen kontaktieren Sie uns gerne unter:

lechnermuseum@ingolstadt.de

oder:

+49 (0)841 305 2250

 

 

TEXTE VON ALF LECHNER:

Meine Skulpturen sind Ergebnisse von Prozessen, die auf langjährige Beobachtungen und Mitarbeit in Stahlschmieden, Walz- und Hüttenwerken zurückführen.
Arbeit mit Stahl beruht auf Naturgesetzen, auf den Elementen Feuer und Wasser. Sie schließt Mathematik, Physik und Chemie mit ein. Die Ergebnisse meiner Arbeiten sind Zeugen jüngster Zeit.
Das spezifische Gewicht von Stahl erreicht höchste Standfestigkeit. Sie ist es, die mich dazu verführte, in den vergangenen Jahrzehnten Skulpturen zu machen, deren Gewicht zum Teil 200 t überschreitet. Sie stoßen an Grenzen der Hebe- und Transporttechnik."

Alf Lechner 23. Februar 2012

 

Ein Zusammenhang.
Durch die Werkgruppe „Bizarre Flächen" entwickelte sich ein Zwischenbereich im Umgang mit Stahl, den ich sichtbar machte.
< Stahl flüssig, erkaltet, gehärtet. >
Zeugen der Abhängigkeit des Stahls von der Temperatur sind gleichbleibend."

Alf Lechner 24. September 2015

 

Vollkommenheit
Das Wort „vollkommen", das sehr oft in guter Absicht gebraucht wird, ist ein unvollkommener Begriff.
Nichts ist vollkommen. Auf allen Gebieten konnte sich der Mensch um Vollkommenheit bemühen. Er erreichte Sie nie.
Die Zeit übertrifft diesen Superlativ. Vollkommenheit kann nur ein Leistungsziel sein.
Durch Unvollkommenheit wird ein Kunstbetrachter stärker angesprochen. Er erhält den Raum zum selbstständigen Denken."

Alf Lechner 25.01.2016

 

 

Seit Jahrzehnten arbeite ich an Teilungen von massiven Stahlkörpern. Allem voran der Würfel.
Eine Art Kubismus ist entstanden. Da der Kubus nach pythagoreischer Philosophie unendlich viele Diagonalen mit dem Multiplikator Wurzel aus zwei bis Wurzel aus drei, sowie in Winkeln von 1 bis 360 Grad durchziehen, führen alle Teilungsschnitte zu sehr unterschiedlichen Formen der Teilkörper.
Kunst kann entstehen, wenn die Neugierde groß genug ist. Wenn sie den Menschen nicht mehr in Ruhe lässt."

Alf Lechner 11. Juni 2016

Rauminstallation (Detail): Bizarre Flächen, 2006 – 2016; Stahl massiv, gewalzt, gebrannt, geschweißt; 8 Vertikale Flächen; 18 Horizontale Flächen © Foto Studio Hetzer 

 

ALF LECHNER emotional. rational.

Alf Lechner erkundete mit seiner künstlerischen Arbeit den Werkstoff Stahl ebenso rational wie emotional. Es entstand eine eindrucksvolles grafisches und skulpturales Werk, mit starker Rationalität in der Planung und naturgewaltiger Emotionalität im Ausdruck.

 

Den Wunsch des Schaffens und seine starke Leidenschaft vereinte Lechner mit der Analyse von geometrischer Form und Stahl. „Kein Bildhauer hat jemals solche Entdeckungen am Würfel gemacht, keiner den Stahl mit so viel Genauigkeit erkannt." schrieb Manfred Schneckenburger, ehemaliger Direktor der Kunsthalle in Köln und Leiter der Documenta in Kassel 1995 über Alf Lechner.

NACHT DER MUSEEN 2019

 

Die Stadt Ingolstadt, das Kulturreferat und die Alf Lechner Stiftung laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Nacht der Museen 2019 ein.

 

 

 

NACHT DER MUSEEN INGOLSTADT
Samstag, 7. September 2019 ab 18 Uhr

 

 

 

18.30 Uhr Familien-Führung durch die Ausstellung ALF LECHNER. EMOTIONAL RATIONAL

 

 

 

19.15 Uhr spektakuläre Breakdance-Show mit Breakdance Crew „Typhon"

 

 

 

20.30 Uhr Führung durch die Ausstellung ALF LECHNER. EMOTIONAL RATIONAL

 

 

 

21:15 Uhr spektakuläre Breakdance-Show mit Breakdance Crew „Typhon"

 

 

 

23:00 Uhr spektakuläre Breakdance-Show mit Breakdance Crew „Typhon"

 

 

 

Mit Ihrem Ticket/Einlassband zur Nacht der Museen ist die Nutzung der historischen Shuttle-Busse und der Linienbusse der Ingolstädter Verkehrsbetriebe INVG zwischen den Veranstaltungsorten kostenfrei.

 

 

 

Tickets für die Nacht der Museen sind im Vorverkauf bis einschliesslich Freitag für nur 9,50 Euro, an der Abendkasse ab Samstag für 12 Euro erhältlich.

 

 

 

Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre haben freien Eintritt.

 

 

Als Auftakt für die Nacht der Museen lädt das Lechner Museum um 18:30 Uhr zu einer Familienführung durch die aktuelle Aus-stellung ein. Parallel zur Führung für Erwachsene erhalten unse-re kleinen Gäste von Daniel McLaughlin, dem Kurator der Aus-stellung, eine museumspädagogische Führung, bei der sie Alf Lechners Stahlbildwerke auf spielerische und kindgerechte Art und Weise kennenlernen.


Um 20:30 Uhr findet eine weitere Führung – diesmal speziell für Erwachsene – durch die aktuelle Ausstellung „emotional. ratio-nal." statt. Die Ausstellung „emotional. rational." vermittelt, wie Alf Lechner starke Leidenschaft, Begeisterung und Experimen-tierfreudigkeit mit viel analytischer Fähigkeit und Planung so ein-setzte, dass er massiven Stahl und geometrische Formen in ei-nen beeindruckenden künstlerischen Einklang brachte.


Um 19:15 Uhr, 21:15 Uhr und 23:00 Uhr wird es im Lechner Museum spektakulär. Es steht die Breakdance Crew „Typhon" auf dem Programm. Typhon bietet Tanz und Akrobatik mit nordi-schem Charme. Mit ihrer frechen, stilvollen und energiegelade-nen Show, die von einem Drummer vor Ort unterstützt wird, wer-den sich die drei Breakdancer in die Köpfe und Herzen ihrer Zu-schauer tanzen. Wo diese Crew auftritt, weht ein anderer Wind. Lassen Sie sich überraschen!
Aufgrund der aktuellen Ausstellung gibt es bei den Shows nur wenige Sitzplätze.


Für das leibliche Wohl im Lechner Museum sorgen „frisch & veg".

 

Es ist die Teilung, um die sich mein Denken dreht.
Nicht die Trennung, die Teilung und ihre überraschenden Ergebnisse. Ich wage zu behaupten, dass viele selbstverständliche Dinge sich erst durch Teilung erklären.
Teilt man zum Beispiel einen Apfel mit einem Messerschnitt längs, quer oder partiell, wird er in seiner Vollkommenheit erkennbar. Natürlich kann man nicht alles teilen, um es kennen zu lernen.

Mir geht es um die Materie Stahl. Um die räumliche, körperhafte, dreidimensionale Teilung von einfachen Formen und Legierungen. Viele Jahre war dafür der Würfel mein Thema. Es waren die Etüden eines Bildhauers.
Ich benutze bei Stahl alle technischen Möglichkeiten. Mechanische und physikalische Teilungs-Vorgänge wende ich auf geschmiedete und gewalzte, einfache Körper aus Stahl an. Diese Vorgänge sind seit meinen Anfängen Voraussetzung für ein Formergebnis.
Meine Skulpturen sind das einfühlsame Zusammenwirken zwischen dem Verhalten der Materie und meinem kreativen Denken."

 

Alf Lechner 27. Juni 2016

TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT

 

Die Stadt Ingolstadt, vertreten durch Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel lädt Sie, gemeinsam mit der Alf Lechner Stiftung herzlich zur öffentliche Festsitzung des Ingolstädter Stadtrats zum Tag der Deutschen Einheit statt.

 

Mittwoch, den 02. Oktober 2019

um 19.00 Uhr

 

Eintritt Frei

 

Zum Tag der Deutschen Einheit findet am Mittwoch, 02. Oktober, um 19 Uhr im Lechner Museum eine Öffentliche Festsitzung des Ingolstädter Stadtrats zum Tag der Deutschen Einheit statt.

Gastrednerin ist Dr. Melinda Crane, sie spricht zum Thema „Die Politik der Wut: Wie schwindendes Vertrauen die Demokratie herausfordert"

 

Die US-Amerikanerin Melinda Crane kam 1983 mit einem Stipendium des DAAD nach Deutschland.
Was als Forschungsaufenthalt gedacht war, wurde zu einer „lebenslangen Beziehung": Aus Interesse an Deutschland, seiner Geschichte und Identität entschied sich Melinda Crane zu bleiben.

 

Heute ist sie politische Chefkorrespondentin für die englischsprachigen Sendungen bei Deutsche Welle TV und hält als gefragte Rednerin Vorträge und Keynotes rund um Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den USA sowie um Themen wie Neue Medien und interkulturelle Kommunikation.

 

Melinda Crane studierte Zeitgeschichte und Jura und promovierte über die Politische Ökonomie der Entwicklungshilfe. Später forschte sie an der Universität Frankfurt, war für die Vereinten Nationen in Bangkok tätig und arbeitete für verschiedene Anwaltskanzleien in den USA.

 

 

 

In systematischen Serien erarbeitete sich Lechner sämtliche Varianten einer Form. In wissenschaftlich anmutenden Versuchsanordnungen erforschte er mathematische Grundformen wie Quadrat und Würfel, wechselte von der Skelett-Konstruktion zum massiven Volumen und wieder zur Linie, und beobachtete die Drehung eines schwarzen Quadrats auf einer weißen Fläche.
Gleichzeitig experimentierte er immer weiter mit Stahl, und intervenierte im industriellen Stahlfertigungsprozess um an die Grenzen des Machbaren zu gehen: Er quetschte, schnitt, brannte, brach und ordnete neu.

In dieser Ausstellung werden retrospektiv acht verschiedene Werksgruppen aus der Zeit von 1968 bis 2016 gezeigt, und dem Besucher erstmals der kreative Prozess von Alf Lechner offengelegt. Mithilfe von Ideenskizzen, Konstruktionszeichnungen und freien Zeichnungen wird sein Weg von der Idee zum Modell, und bis zur ausgeführten Skulptur erlebbar.

Der Beginn seines skulpturalen Schaffens mit Stahl ist in der Ausstellung mit dem kraftvollen Aufbiegen und Quetschen von Vierkant-Profilen in den Jahren 1968/69 abgebildet, bevor er 1972/73 zu präzisen Vorzeichnungen und Abwicklungen der bekannten großen Skulpturen seiner Würfelskelett-Konstruktionen überging.
Das Obergeschoß steht mit Zeichnungen, Kollagen und Skulpturen im Zeichen des Quadrats und der Quadratteilung. Der vordere Bereich ist den reduzierten Würfelskelett-Konstruktionen gewidmet.

RAHMENPROGRAM

 

 SONDERVERANSTALTUNGEN

im Lechner Museum:


Samstag 7. September 2019

Nacht der Museen

Sonderprogramm


Samstag 21. September 2019

Tag der offenen Tür

Eintritt frei

 


ÖFFENTLICHE KOMBI-FÜHRUNGEN


Sonntag 29. September 2019
14 Uhr Museum + 16 Uhr Skulpturenpark


Sonntag 27. Oktober 2019
11 Uhr Museum + 14 Uhr Skulpturenpark


Sonntag 24. November 2019
11 Uhr Museum + 14 Uhr Skulpturenpark

 

Donnerstag 26. Dezember 2019
11 Uhr Museum + 14 Uhr Skulpturenpark

 


Zur Buchung von privaten Führungen, Sonder-, Gruppen- oder Schulführungen kontaktieren Sie uns gerne unter:

lechnermuseum@ingolstadt.de

oder:

+49 (0)841 305 2250

Detail: Bizarre Flächen, 2006 – 2016; Stahl massiv, gewalzt, gebrannt, geschweißt © Foto Studio Hetzer 

Die Stadt Ingolstadt, vertreten durch Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel lädt Sie, Thomas Müller gemeinsam mit der Alf Lechner Stiftung herzlich zur Eröffnung der neuen Ausstellung ein.

 

 

ALF LECHNER
EMOTIONAL RATIONAL
Sonntag, 1. September 2019 um 11 Uhr

 

11.00 Uhr Eröffnung der Ausstellung im Lechner Museum Ingolstadt

 

Begrüßung: MARO KARMANN, Stellvertretender Kulturreferent der Stadt Ingolstadt
Einführung: WOLFGER PÖHLMANN, Kunsthistoriker und Autor

 

12.00 Uhr Empfang mit Buffet

 

14.00 Uhr Eröffnung der Ausstellung im Papierhaus und Führung durch den Lechner Skulpturenpark in Obereichstätt mit Daniel McLaughlin

 

Diese Werke beschreiben mit einzelnen zusammenhängenden Linien die Seiten und Diagonalen in einem Würfel, und werden so zu überraschenden, eigenständigen Skulpturen. Ergänzt mit Fotos der ausgeführten Werke, welche im Skulpturenpark in Obereichstätt zu besichtigen sind, wird die gesamte Entwicklung einer Lechner-Skulptur nachvollziehbar.
In einem anderen Raum treten die sechs großformatigen Zeichnungen von 1989, „in Schreibrichtung", in Dialog mit der "Flächenkonstruktion XXII" von 1976, ein Werk aus der Serie von Glas- und Stahlskulpturen, in welcher eine Glasscheibe und ein Stahlrahmen-Quadrat sich gegenseitig stabilisieren, und geben einen Einblick in die Experimentierfreude und den Erkundungsdrang Lechners.

Im Erdgeschoss wird Lechners Auseinandersetzung mit dem Material Stahl dreidimensional erlebbar. Lechner war von flüssigem Stahl fasziniert. Glühender Stahl, der auch im Kern der Erde vermutet wird, wirkt als archaisches Element und kann starke Emotionen wecken. Der flüssige Zustand des Stahls wird mit der Rauminstallation „Bizarre Flächen" für den Besucher sichtbar. Es ist die neue Fassung, die von 2006 bis 2016 in drei verschiedenen Versionen von Lechner entwickelt wurde, und erstmalig in dieser Form zu sehen ist. Sie stellt visuell - durch ihre abwechslungsreichen Oberflächenstrukturen - und formal - durch Ihre gebannte Feuerkraft- ein bedeutendes Spätwerk des 2017 verstorbenen Bildhauers dar.
Horizontal in Stahlrahmen geschweißt, wirken die Flächen wie ein Versuch, Emotionen im rationalen Rahmen zu bändigen. Doch an einigen Stellen brechen die Werke aus dem Rahmen aus. Diese aufregenden Brenn-Schnitt-Flächen laden zur Erkundung ein.

Ergänzend zur Ausstellung werden im Papierhaus des Skulpturenparks in Obereichstätt Lechners sogenannte "emotionale Zeichnungen" gezeigt. Sie entstanden unter anderem durch Abreibung oder in Bewegung gegen einen zurückweichenden Widerstand. Es sind abstrakte Zeichnungen, die an einen Funkenflug erinnern, und eindrucksvoll die Intensität und Leidenschaft des Künstlers transportieren.

Die Ausstellung emotional. rational. vermittelt, wie Alf Lechner starke Leidenschaft, Begeisterung und Experimentierfreudigkeit mit viel analytischer Fähigkeit und Planung so einsetzte, dass er massiven Stahl und geometrische Formen in einen beeindruckenden künstlerischen Einklang brachte.


Skulptur: Weiche Verformung, 1969 / 2013; WV 27A; Stahlrohr, polyesterbeschichtet; Zeichnungen: Ohne Titel, 1968 – 71; Grafitstift auf Papier © Foto Studio Hetzer 
Skulptur: Diagonalteilung, 1981; WV 353; Stahl, massiv; Zeichnungen: Ohne Titel, 1977; Grafitstift auf Papier © Foto Studio Hetzer 
Skulptur: Würfelskelett Öffnung, 2005; WV 640; Stahl, massiv; Zeichnungen: Ohne Titel, 1972 – 1973; Grafitstift auf Velum © Foto Studio Hetzer 
Skulptur: Flächenkonstruktion XXII, 1976; WV 262; Vierkantstahl massiv, Kristallglasscheibe; Zeichnungen: In Schreibrichtung, 1989; Grafitstift auf Papier © Foto Studio Hetzer 

VERGANGENE AUSSTELLUNG 2019


 

HERMANN NITSCH

DAS GESAMTKUNSTWERK

16. März - 28. Juli 2019


20. Malaktion Nitsch in der Wiener Secession 
Das Gesamtkunstwerk 

INTERNATIONALER MSUEMSTAG 2019

Unter dem Titel „Sein, Sinn, Sinne!" bietet das Lechner Museum am Internationalen Museumstag am 19. Mai zwischen 11.00 Uhr und 14.00 Uhr ein umfangreiches Programm an. Mit dem Motto „Erlebnis und Mysterium" startet die Veranstaltung um 11.00 Uhr mit Irmingard Beirle. Sie berichtet von ihren Erfahrungen bei Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater und leitet zur Erlebnis-Performance „Im Sein verwundet" an. Beirle wird Freiwilligen den Kopf oder ganzen Körper mit roten Verbandsbinden einwickeln. „Geistreich und geistlich" geht es um 12.30 Uhr in der zweiten Gesprächsrunde zu. Zu Gast ist Pfarrer Klaus Gruber. Im Mittelpunkt stehen christliche Symbole, Rituale und Bilder des Christentums, die Nitsch aus dem Kontext heraus in seinen Werken verarbeitet hat. Zünftig wird es um 13.30 Uhr zugehen. Dann heißt es: „Der Leib, die Seele und das Fleisch". Ralf Hummel, Koch und Hotelier, betrachtet die Ausstellung aus seiner Sicht zwischen „Seinsfindung und Schweinsbraten". Um 13.00 Uhr und 14.00 Uhr gibt es jeweils eine Führung durch die aktuelle Ausstellung.
Organisiert und konzipiert ist das Programm von querVision - Claudia Borgmann und Heidrun Prodinger, Kunst- und Architekturvermittlung.

EINLADUNG

 

Die Alf Lechner Stiftung und der DONAUKURIER laden Sie, und Ihre Freunde herzlich zur Podiumsdiskussion mit dem Thema:

„Fantastische Klassik – warum die Musik von Beethoven und Berlioz auch heute noch aktuell ist"

ins Lechner Museum Ingolstadt ein.

 

 Donnerstag, den 27. Juni 2019

um 19:30 Uhr

Eintritt frei

 

 Die Audi-Sommerkonzerte gelten als wichtigstes Klassikfestival in der Region Ingolstadt. Kurz vor Beginn des Musikfestivals veranstalten der DONAUKURIER und die Alf-Lechner-Stiftung eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Fantastische Klassik – warum die Musik von Beethoven und Berlioz auch heute noch aktuell ist". Die Diskussion und Sonderveranstaltung findet am Donnerstag, 27. Juni, 19.30 Uhr im Lechner Museum Ingolstadt statt.

 

Auf dem Podium erwarten wir unter anderem folgende Gäste:

 

Moritz Eggert, Komponist. Der gebürtige Heidelberger (Jahrgang 1965) studierte Klavier und Komposition in Frankfurt, München und London. Er war Mitgründer des Musikfestivals A•DEvantgarde, komponierte die Musik für die Eröffnungszeremonie der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und verursachte mit einer Oper in Bonn („Freax") einen Skandal um die Regieverweigerung von Christoph Schlingensief. Eine Collage aus 22 Mozart-Opern wurde 2006 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt und live im Fernstehen übertragen. Seit 2010 ist der mit zahlreichen Preisen geehrte Komponist Professor in München.

 

Andreas Martin Hofmeir, Tubist und Kabarettist. Hofmeir kam 1978 in Geisenfeld bei Ingolstadt zur Welt. Er studierte nach dem Abitur Tuba in Berlin, Stockholm und Hannover und war Stipendiat der Orchesterakademien der Philharmonien in Berliner und Münchnen. 2005 gewann er den Deutschen Musikwettbewerb und 2013 wurde er mit dem Echo-Klassik ausgezeichnet. Seit 2010 ist Hofmeir Professor am Salzburger Mozarteum. Bekannt wurde er als Tubist der 2007 gegründeten Blasmusik-Gruppe LaBrassBanda. 2014 verließ er die Band. Hofmeir war auch Mitglied des Ingolstädter Kabaretts „Die Qualkommission", die 2008 in Passau mit dem Kleinen Scharfrichterbeil ausgezeichnet wurde. Hofmeir hat auch eine humoristische Autobiografie veröffentlicht unter dem Titel „Kein Aufwand". Seit Jahren moderiert Hofmeir zudem die Show „Wer dablost's?" in Ingolstadt, die auch von BR-Fernsehen gesendet wird.

 

Eva-Maria Atzerodt, Chorleiterin. Die Ingolstädterin (Jahrgang 1968) hat Schulmusik in München studiert und ist seit 1995 Musiklehrerin beim Ingolstädter Reuchlin-Gymnasium. 1991 gründete sie die Ingolstädter Nachtigallen. Seit 2000 ist sie Vorsitzende des Konzertvereins Ingolstadt und seit 1996 für die CSU Mitglied des Ingolstädter Stadtrats. Neben dem Jugendkammerchor leitet sie auch den Ingolstädter Motettenchor. 2016 wurde Atzerodt mit dem Kulturpreis der Stadt Ingolstadt ausgezeichnet.

 

Nikolaus Pont, Manager der BR-Symphoniker. Pont studierte Musikwissenschaft, Publizistik, Politikwissenschaft und Soziologie in Wien. Beim ORF absolvierte er eine Sprecherausbildung sowie eine Gesangs- und Schauspielausbildung. Beim ORF war er Musikredakteur und Moderator, in London freiberuflicher Kulturreporter. Er war Mitglied des Musikbeirats beim Bundesministerium für Unterricht, Kunst & Kultur Wien. Seit 2013 ist er Manager des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.

 

Moderation: Jesko Schulze-Reimpell

 

Bei der Podiumsdiskussion soll über die Stellung der klassischen Musik in der Gesellschaft diskutiert werden, um den anhaltenden Diskurs über eine Klassik-Krise und über den erstaunlichen Erfolg dieser Musik bei Kinder- und Jugendkonzerten. Im Zentrum des Gespräches sollen auch die Möglichkeiten und Stärken der regionalen Musikszene stehen. Braucht Ingolstadt einen modernen Konzertsaal?

 

Der Eintritt für die Veranstaltung ist frei.

Für Getränke ist gesorgt.

 

Hermann Nitsch 

 

 

 

Bitte beachten Sie, dass im Obergeschoss Filme und Fotos von Aktionen von Hermann Nitsch gezeigt werden, die Nacktheit und explizite Darstellungen enthalten.

Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist der Besuch der Ausstellung im Obergeschoss nur in Begleitung ihrer Eltern oder eines Erziehungsberechtigten gestattet.


56. Malaktion Hermann Nitsch © Atelier Hermann Nitsch 

Hermann Nitsch (geb. 1938 in Wien/AT) ist Mitbegründer des Wiener Aktionismus und zählt zu den wichtigsten Aktionskünstlern der Gegenwart. Sein Opus magnum, das Orgien Mysterien Theater, ist eine neue Form des Gesamtkunstwerkes. Die Idee dazu entstand im Jahr 1957 und führte bis dato zur Realisierung von 155 Aktionen, 75 Malaktionen und unzähligen Werken in verschiedenen Kunstdisziplinen. Mit seinem Œuvre zählt der Künstler zu den internationalen Pionieren der Performing-Art-Bewegung.

Die Ausstellung im Lechner Museum Ingolstadt widmet sich dem Nitsch Gesamtkunstwerk mit all seinen Werkdisziplinen und schafft einen umfangreichen Überblick über das einzigartige Werk des Universalkünstlers, der mitunter auch mehrere Jahre in Bayern lebte. Im Zentrum der Präsentation im Erdgeschoß steht die 20. Malaktion von Hermann Nitsch, welche 1987 in der Wiener Secession realisiert wurde. Sie gilt als Nitsch Hauptwerk und ist laut Hermann Nitsch seine weltweit einzige vollständig erhaltene Malaktion und ist in dieser Ausstellung erstmals außerhalb von Österreich zu sehen.

Im Obergeschoß offenbart sich der Kosmos Nitsch in all seinen Facetten und führt die BesucherInnen in die Welt des Orgien Mysterien Theaters ein, in dessen Zentrum das Seinsbewusstsein als philosophisch-theoretische Grundlage steht. Nitsch geht es um die Gegenwärtigkeit, das unmittelbare und sinnliche Erleben von realen Geschehnissen im Zuge der Aktionen. Es geht um das Erreichen eines seinstrunkenen Zustandes, der das „fleisch der wirklichkeit" (Hermann Nitsch) mit Hilfe aller menschlichen Sinnesorgane bewusst und unmittelbar erfahrbar macht. Mit diesem Konzept und den für viele als radikal empfundenen Aktionen revolutionierte Hermann Nitsch den Theaterbegriff und erweiterte den Kunstbegriff des 20. Jahrhunderts.


RAHMENPROGRAMM

ÖFFENTLICHE KOMBI-FÜHRUNGEN:


Sonntag 7. April 2019
Sonntag 28. April 2019
Sonntag 26. Mai 2019
Sonntag 23. Juni 2019
Sonntag 28. Juli 2019


Die öffentlichen Kombi-Führungen beginnen jeweils um 14 Uhr im Lechner Museum Ingolstadt + werden um 16 Uhr im Lechner Skulpturenpark Obereichstätt fortgesetzt. Eine Anmeldung zu diesen Führungen ist nicht erforderlich.


Zur Buchung von privaten Führungen, Sonder-, Gruppen- oder Schulführungen kontaktieren Sie uns gerne unter: lechnermuseum@ingolstadt.de
oder: +49 (0)841 305 2250

 

 

 

 

Podiumsdiskussion im Rahmen des Donaukurier Forums:

 

HERMANN NITSCH

DAS GESAMTKUNSTWERK

Podiumsdiskussion: „Kunst und Skandal"

Am 17. April, 2019 um 19.30 Uhr

Eintritt frei!

 

Gäste:

Prof. Dr. Ludwig Mödl: Vorsitzender der Gesellschaft für Christliche Kunst


Dr. Judith Werner: Stellvertretende Intendantin des Stadttheaters in Ingolstadt


Prof. Robert Maximilian Helmschrott: Komponist ehemaliger Präsident der Hochschule für Musik in München


Steffen Kopetzky: Schriftsteller und Pfaffenhofener Kulturreferent, Leiter des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins


Moderation: Jesko Schulze-Reimpell, Leiter der Kulturredaktion im Donaukurier 

 

In der Diskussionsrunde wird unter anderem über Skandale der vergangenen Jahre diskutiert, etwa das Schmähgedicht von Jan Böhmermann auf Erdogan oder die vermeintlich antisemitschen Songs von Farid Bang und Kollegah. Auch Ereignisse, die in Ingolstadt zu heftigen Disputen geführt haben, sollen zur Sprache kommen. Es geht vor allem darum, was Kunst und Kultur darf, wo es Grenzen der Moral, der Religion und des guten Geschmacks gibt.

 

Farbskala Nitsch © Atelier Hermann Nitsch 

Sonderprogram am Internationalem Museumstag

Sonntag, den 19. Mai 2019 - Eintritt frei

 

Suchen Sie mit unseren Gästen Antworten auf die Seinsfrage
– bei einem Glas original Nitsch-Wein, solange der Vorrat reicht!

Podiumsdiskussion im Rahmen des Donaukurier Forums: 

Start: 11.00 Uhr ERLEBNIS und MYSTERIUM
Irmingard Beirle, Akteurin des Orgien-Mysterien-Theaters und Künstlerin, berichtet von ihren
Erfahrungen und leitet zu einer Erlebnis-Performance an.

 

12.30 Uhr GEISTREICH und GEISTLICH
Pfarrer Klaus Gruber spricht mit Ihnen über christliche Symbole, Rituale und Bilder.

 

13:00 Uhr SEIN und SINNE
Führung durch die Ausstellung Hermann Nitsch „Das Gesamtkunstwerk".

 

13.30 Uhr DER LEIB, DIE SEELE und DAS FLEISCH
Ralf Hummel, Koch und Hotelier, tauscht mit Ihnen Gedanken über das Leben
zwischen „Seinsfindung und Schweinsbraten" aus.

 

14:00 Uhr SEIN und SINNE
Führung durch die Ausstellung Hermann Nitsch „Das Gesamtkunstwerk".

 


Hermann Nitsch - Biographie (Auswahl)

 

1938 geboren in Wien
1957 Idee des o.m.theaters
1961 Malaktionen und Ausstellungstätigkeit
1962 1. Aktion (30 Minuten), Wien
1963 Die Blutorgel (gemeinsam mit Adolf Frohner und Otto Muehl)
Fest des psychophysischen Naturalismus (mit Otto Muehl)
1966 Teilnahme am Destruction in Art Symposium, London
1968 Einladung zur Durchführung von Aktionen in den USA
ab 1969 zahlreiche Aktionen, Ausstellungen und Konzerte im In- und Ausland
1971 Kauf von Schloss Prinzendorf
1972 Teilnahme an der documenta 5, Kassel
1975 50. Aktion (24 Stunden), Prinzendorf
1980 Uraufführung der Allerheiligen Sinfonie (6. Sinfonie), MAK Wien
1982 Teilnahme an der documenta 7, Kassel
1983 Ausstellung Stedelijk Van-Abbe Museum, Eindhoven
1984 80. Aktion (72 Stunden), Prinzendorf
1985 Uraufführung der 7. Sinfonie, Steirischer Herbst Graz
1987 20. Malaktion in der Wiener Secession; Retrospektive im Lenbachhaus, München;
Ausstellung Das Orgien Mysterien Theater 1960-87 Villa Pignatelli, Neapel
1990 Uraufführung der 8. Sinfonie, MAK Wien
1991 Ausstellung Galleria Civica di Arte Contemporanea, Trient
1992 Ausstellung im Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig, Palais Liechtenstein, Wien
1995 Beginn Inszenierungstätigkeit: Regie und Ausstattung von Jules Massenets Hérodiade an der
Wiener Staatsoper
1996 Ausstellungen: Museum Moderner Kunst Stiftung Wörlen, Passau; Palazzo delle Esposizioni, Rom;
Centre d´exposicions i documentació de l´Art Contemporani, Casa Solleric, Palma de Mallorca;
Centre Cultural, La beneficencia, sala Parpalló, Valencia
1997 Retrospektive in der Konsthallen Göteborg, Schweden und Musée d´Art et d'Histoire, Luxembourg;
40. Malaktion im Museum des 20. Jahrhunderts, Wien
1998 erstmals Durchführung des 6 tage spiels in und um Schloss Prinzendorf;
Ausstellungsbeteiligung Out of Actions: MOCA, Los Angeles, MAK, Wien, MACBA Barcelona, Museum of Contemporary Art, Tokyo
2000 Ausstellung L'Ultima cena Palazzo Stelline, Mailand
2001 Gesamtausstattung der Oper Satyagraha von Philip Glass, Festspielhaus St. Pölten;
2003 Retrospektive und 115. Aktion im Essl Museum, Klosterneuburg
2004 120. Aktion, 2-Tage-Spiel
2005 Aufführung einer Adaption des o.m.theaters am Burgtheater Wien
2006 Retrospektive im Martin-Gropius-Bau, Berlin
2007 Gestaltung, Bühnenbild und Kostüme, Faust am Züricher Opernhaus;
Eröffnung Nitsch Museum Mistelbach
2008 Eröffnung des Museo Nitsch / Fondazione Morra, Neapel
2009 Uraufführung der Ägyptischen Sinfonie;
56. Malaktion im Hermann Nitsch Museum, Mistelbach; Eröffnung Nitsch Foundation, Wien
2010 130. Aktion, Museo Nitsch, Neapel; Ausstellung Musée d'art Moderne, St. Etienne
2011 Ausstellung MCA Denver; Strukturen, Leopold Museum, Wien; Ausstattung und Regie der Oper Saint Francois d'Assise, Bayerische Staatsoper, München
2012 135. Aktion, Havanna/Kuba (7 Stunden); 64.Malaktion, Museo d'Arte Moderna e Contemporanea di Trento e Rovereto
2013 138. Aktion, Leipzig (3 Tage)
2014 Retrospektive Hermann Nitsch, Danubiana Meulensteen Art Museum, Bratislava;
2015 Uraufführung der Sinfonie für Mexico City in Mexico City; Mahnmahl gegen den Krieg, Canakkale, Türkei; Ausstellung Existenz.Fest, Theater Museum, Wien; Ausstellung Hermann Nitsch a Palermo, ZAC Palermo
2016 Ausstellungen: Existenz.Fest, Museum Villa Stuck, München; Arena – Opere dall'Opera, Museo Nitsch Neapel; Ritual, Nitsch Museum Mistelbach; Hermann Nitsch e il Teatro, Arena Museo Opera, Verona; Dallas Biennial, Texas; 147. Aktion, Museum Villa Stuck, München; Uraufführung der Sinfonie für Verona, Palazzo della Gran Guardia, Verona;
2017 150. Action, Dark Mofo Festival, Hobart, Tasmanien; Ausstellungen: Hermann Nitsch and His Artistic Pilgrimage UM Museum, Bongdam Hwaseong Korea; Museum CIAC Foligno; IAGA Contemporary Art, Cluj; Hermann Nitsch – Das druckgrafische Werk, nitsch museum Mistelbach; Marc Straus Gallery New York; "Hermann Nitsch - Da Una Collezione Privata", Fondazione Opera Santa Rita, Prato; Gruppenausstellungen: "Psycho Drawing. Art Brut Und Die 60er Und 70er In Österreich", Lentos Kunstmuseum, Linz; Vorträge: Auditorium Della Sala Borsa, Bologna; Art Forum Würth Capena; Konzerte: "Traubenfleisch 2007-2017", Nitsch Museum, Mistelbach; "Orgelkonzert", Marc Straus Gallery, New York; "Orgelkonzert Bern", Saint Ghetto Festival, Heiliggeistkirche, Bern;
2018 155. Aktion mit Sinfonie anlässlich des 80. Geburtstages, nitsch museum, Mistelbach; Ausstellungen: "Zeichnungen 1957-2017", Büro Weltausstellung, Wien, "Hermann Nitsch" Einzelpräsentation, Marc Straus Gallery, Armory Show, New York; "Hermann Nitsch - Das Orgien Mysterien Theater", Massimo De Carlo, London; „Hermann Nitsch – Leben und Werk", nitsch museum, Mistelbach, „Plakate des O.M. Theaters", Kunstverein Familie Montez, Frankfurt Am Main; 10 Jahre Museo Hermann Nitsch, Neapel; Galerie Rx, Paris; Osthaus Museum Hagen; "Intruiging Uncertainties", Parkview Museum Singapur; Vorträge: "Hermann Nitsch meets Robert C. Morgan", Armory Show, New York/Usa; Künstlergespräch Nitsch&Gelitin", Massimo De Carlo, London; Künstlergespräch mit Hermann Nitsch, Sammlung Hoffmann;
2019 "Hermann Nitsch - Das Gesamtkunstwerk", Lechner Museum, Ingolstadt; "Hermann Nitsch - Schüttbilder", Albertina, Wien; "Hermann Nitsch", Palazzo Ducale, Mantua; "Hermann Nitsch Room", The Parkview Green Museum, Beijing; "Hermann Nitsch. Pittura, Fotografie, Disegni", Studio d'Arte Cannaviello, Mailand; "Hermann Nitsch - Life&Work", The Culture Story, Singapur; „Hermann Nitsch", Richard Koh Fine Art, Kuala Lumpur; Gruppenausstellung, Hauser&Wirth, Zürich; "Opéra Monde/Die Welt der Oper. Suche nach einem Gesamtkunstwerk", Centre Pompidou, Metz; "Probenarbeiten für das O.M. Theater" Vortrag von Alfred Gulden, nitsch museum, Mistelbach; Konzert: "Selten gehörte Musik" mit Attersee, Nitsch, Rühm, Wiener, Belvedere21, Wien;

Werke von Hermann Nitsch in Museen und öffentlichen Sammlungen (Auswahl)


MONA, Tasmanien; S.M.A.K. – Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Gent; Arken Museum for Moderne Kunst, Kopenhagen; Museet for Samtidskunst, Roskilde; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf; Museum Ludwig, Köln; Nationalgalerie, Berlin; Lenbachhaus, München; Staatsgemäldesammlung München; Museum Brandhorst, München; Graphische Sammlung, München; Staatsgalerie Stuttgart; Kunsthalle Hamburg; Museum Neue Galerie, Saarbrücken; Schloss Moorsbroich, Leverkusen; Gfzk, Leipzig; Sammlung Hoffmann, Berlin; Pinakothek der Moderne, München; Städel Museum, Frankfurt am Main; Centre Pompidou – Musée National d'Art Moderne, Paris; Tate Britain, London; Tate Liverpool, Liverpool; Castello Di Rivoli, Rivoli; Gam, Turin; Museo Di Capodimonte, Neapel; Museo Hermann Nitsch, Neapel; Galleria d'Arte Moderna, Bologna; Mart, Rovereto; Mar - Museo d'arte della Città di Ravenna; Art Forum Würth, Capena; Museion – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Bozen; Gallery of Ontario, Toronto; National Gallery of Canada – Musée des beaux-arts du Canada, Ottawa; The Morris and Helen Belkin Art Gallery, Vancouver; UM Museum, Korea; Stedelijk Van Abbe Museum, Eindhoven; Stedelijk Museum, Amsterdam; MUMOK Museum Moderner Kunst – Stiftung Ludwig,Wien; Albertina, Wien; Österreichische Galerie Belvedere,Wien; Leopold Museum, Wien; Sammlung Essl, Klosterneuburg; nitsch museum, Mistelbach; Landessammlung Niederösterreich, St. Pölten; Galerie Westlicht,Wien; Sammlung Friedrichshof, Zurndorf; Lentos, Linz; Rupertinum, Salzburg; Museum der Moderne, Salzburg; Ferdinandeum, Innsbruck; Neue Galerie, Graz; Kunstmuseum Bern; KunstmuseumWinterthur; Istanbul Modern, Istanbul; MoMA Museum of Modern Art, New York; Guggenheim Collection, New York; Metropolitan Museum, New York; Museum University of Yale; Walker Art Center, Mineapolis; Busch-Reisinger Museum Harvard University, Cambridge; Saint Louis Art Museum, St. Louis, Missouri; Hudson Valley Center for Contemporary Art, Peekskill, New York; Tang, Saratoga Springs, New York; Station Museum of Contemporary Art, Houston, Texas; Hammer Museum, Los Angeles; Museum of Contemporary Art, Los Angeles; National Gallery of Art,Washington; Hall Art Foundation, Reading; MCA Denver; Richard J. Massey Foundation for Arts and Science collection


VERGANGENE AUSSTELLUNG 2018 - 2019


 

SIGRID NEUBERT
FOTOGRAFIEN. ARCHITEKTUR UND NATUR
7. Oktober 2018 – 10. Februar 2019

WIR TRAUERN UM SIGRID NEUBERT (1927 - 2018)

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Bildunterschrift 

Zum Tod der Architektur-Fotografin Sigrid Neubert  (1927 – 2018)

Sigrid Neubert zählte zu den wichtigsten Chronisten der deutschen Nachkriegsmoderne

 

Nur wenige Tage nach Eröffnung ihrer bisher größten retrospektiven Ausstellung in Bayern ist am vergangenen Samstag, den 13. Oktober 2018, die bekannte Münchner Fotografin Sigrid Neubert im Alter von 91 Jahren an ihrem Alterssitz nahe Berlin verstorben.

Sie zählte zu den herausragenden Architekturfotografinnen der Nachkriegszeit, arbeitete über 30 Jahre intensiv mit den bedeutendsten deutschen Architekturbüros und prägte wie keine andere mit ihren markanten Schwarz/Weiß-Aufnahmen das Bild der modernen Architektur in der Bundesrepublik.

 

„Sigrid Neuberts Arbeitsweise war stets geprägt von einer sehr intensiven Beschäftigung mit dem fotografierten Gegenstand. Ihr Schaffen ist exemplarisch: Sowohl ihre Natur- als auch die Architekturfotografie lebt von ihrem die Strukturen klar herausarbeitenden, eigenen Stil.“
Ludger Derenthal, Leiter der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek

 

Geboren 1927 in Tübingen als Tochter des Arztes und späteren Anatomieprofessors Kurt Neubert und seiner Frau Margot, zeigte Sigrid Neubert schon früh den Wunsch nach persönlicher Unabhängigkeit, verbunden mit großem Interesse an ihren Mitmenschen und ihrer Umgebung. Sie erhielt ihre Ausbildung als Fotografin von 1948 bis 1954 an der Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München. Neubert arbeitete über fünf Jahrzehnte in München. Zunächst als Werbefotografin tätig, spezialisierte sie sich in den 1950er Jahren auf Architekturfotografie, einer reinen Männerdomäne in der damaligen Zeit. Seit den 1970er Jahren erweitere Neubert ihr Œuvre um eindrucksvolle Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete.

 

Ihr fotografisches Talent wurde schon früh erkannt. Eine ihrer experimentellen Arbeiten zeigte bereits 1953 das Museum of Modern Artin New York in der Ausstellung European Postwar Photography. Aktuell stellt die Alf Lechner Stiftung im Lechner Museum Ingolstadt und in Obereichstätt bis zum 10. Februar 2019 die große Retrospektive Architektur und Natur aus. Die Ausstellung wurde zunächst im Frühjahr 2018 im Museum für Fotografie der Staatlichen Museen zu Berlin präsentiert und umfasst 230 ihrer wichtigsten Architektur- und Naturaufnahmen.


 

 

"Mit Sigrid Neubert verlieren wir eine der wichtigsten deutschen Architektur-Fotografinnen und Chronistin der Bayerischen Nachkriegsmoderne." Daniel McLaughlin, Kurator der Alf Lechner Stiftung

 

Eng arbeitete die Fotografin mit zahlreichen herausragenden Architekten der Nachkriegs- und Spätmoderne zusammen: Kurt Ackermann, Walther und Bea Betz, Hans-Busso von Busse, Alexander von Branca, Herbert Groethuysen, Hans Maurer und Paul Stohrer gehörten ebenso zu ihren Auftraggebern wie die Österreicher Franz Riepl, Gustav Peichl und Karl Schwanzer. Für letzteren schuf sie 1970 – 1973 jene ikonischen Aufnahmen des BMW-Hochhauses, die in ihrer Prägnanz bis heute beispiellos sind.

 

„Voraussetzung für ein gutes Architekturfoto ist das Gespräch mit dem Architekten. Ich sollte seine Ideen, den Entwurf kennen. Die Begeisterung für seine Arbeit muss sich auf mich übertragen, ich möchte mit seinen Augen sehen und meine Augen genauso wichtig nehmen.“ Sigrid Neubert, 1999

 

Durch ihre intensive Beschäftigung mit den fotografierten Bauwerken, inspiriert durch die neue amerikanische Architekturfotografie der 60er Jahre und ihren passionierten Dialog mit den Architekten, entwickelte Sigrid Neubert einen eigenen fotografischen Stil, mit dem sie das Wesen der Bauwerke zu erfassen vermochte. Strukturen arbeitete sie durch starke Kontraste klar heraus und schon früh band sie Bewohner, Natur und Umgebung ein, was ihren Bildern auch eine große Leichtigkeit verleihen konnte. In der Architektur, so formulierte sie es einmal, wollte sie etwas von der Persönlichkeit der Architekten finden. Ihre kluge Neugierde, ihre Lebenslust und ihr ästhetisches Gespür ermöglichten es ihr, zur wichtigsten Bildchronistin moderne Architektur in Bayern zu werden und diese in ihrer bemerkenswerten Vielschichtigkeit als Dialog von Individuen zu interpretieren.

 

Ihre Wiederentdeckung in den vergangenen Jahren, die aktuelle Veröffentlichung der Monografie von Frank Seehausen Sigrid Neubert, Architektur Fotografie der Nachkriegsmoderne im Hirmer Verlag München, die Aufnahme wichtiger Werkgruppen in die Sammlungen des Architekturmuseums der TU München und der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin unterstreicht die Bedeutung ihres Werkes. Eine Woche nach Eröffnung der Ausstellung im Lechner-Museum in Ingolstadt verstarb Sigrid Neubert in der Gewissheit, dass ihr Werk weiterleben wird.


Mit der Sonderausstellung Sigrid Neubert - Fotografien. Architektur und Natur widmet die Alf Lechner Stiftung der wichtigsten deutschen Architektur-Fotografin des 20. Jahrhunderts und Chronistin der Bayerischen Nachkriegsmoderne eine umfassende Retrospektivausstellung. Nach dem großen Erfolg in Berlin wird das Werk von Sigrid Neubert jetzt auch in Bayern zu sehen sein, und ihre beachtliche Leistung als Architektur- und Naturfotografin gewürdigt.

Sigrid Neubert, geboren 1927 in Tübingen, arbeitete über 30 Jahre lang als Fotografin für die wichtigsten deutschen Architekturbüros. Durch ihre intensive Beschäftigung mit den fotografierten Bauwerken entwickelte sie einen eigenen Stil, mit dem sie die Strukturen der Bauten unter anderem durch starke Kontraste klar herausarbeitete – und der Neubert zu der bekanntesten Architekturfotografin Deutschlands machte. Seit den 1970er Jahren erweiterte sie ihr Œuvre um eindrucksvolle Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete. Die Retrospektive präsentiert die Architekturaufnahmen von Sigrid Neubert im Lechner Museum Ingolstadt sowie ihre Naturaufnahmen im Papierhaus der Alf Lechner Stiftung in Obereichstätt. Darunter befinden sich ihre bekanntesten Arbeiten, wie zum Beispiel die ikonischen Architekturaufnahmen des BMW-Hochhauses oder des Hypo-Hochhauses in München sowie ihre Bilder des Nymphenburger Schlossparks und der megalithischen Tempel von Malta. Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin, im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und wird begleitet von einem umfangreichen Buch zur Architekturfotografie Sigrid Neuberts.

Zu dieser Ausstellung ist ein umfangreiches Buch erschienen:

Frank Seehausen: Sigrid Neubert. Architekturfotografie der Nachkriegsmoderne; München, Hirmer Verlag 2018, 45 Euro

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Bildunterschrift 

RAHMENPROGRAMM

Donnerstag, 06. Dezember 2018, 18.00 Uhr

Kulturbauten: Dialogische Kuratoren-Führung

Dr. Frank Seehausen führt durch die Ausstellung im Lechner Museum

 

Sonntag, 26. Dezember 2018 (2.Weihnachtsfeiertag) um 11.00 Uhr

Kultursonntag der Alf Lechner Stiftung

Kombiführung im Lechner Museum Ingolstadt und durch den Lechner Skulpturenpark Obereichstätt. Beginn: 11.00 Uhr im Lechner Museum und 13.00 Uhr im Skulpturenpark

Donnerstag, 10. Januar 2019, 18.00 Uhr

Einfamilienhäuser: Dialogische Kuratorenführung

Dr. Frank Seehausen führt durch die Ausstellung im Lechner Museum

 

Mittwoch, 23. Januar 2019 um 19.30 Uhr

Groschengrab oder Attraktivitätsmotor – zahlen sich Theater und Museen für eine Stadt aus? Die Beziehung von Kultur und Ökonomie

Donaukurier-Forum im Lechner Museum: Podiumsdiskussion

Gäste: Dr. Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst, Ingolstadt; Knut Weber, Intendant des Stadttheaters Ingolstadt; Prof. Dr. Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien, München; u.a.

Moderation: Jesko Schulze-Reimpell, Donaukurier

Eintritt frei

Donnerstag, 07.02.2019, 18.00 Uhr

Architektur im Kontext: Dialogische Kuratorenführung

Dr. Frank Seehausen führt durch die Ausstellung im Lechner Museum


VERGANGENE AUSSTELLUNG 2018


 

ALF BACHMANN   ALF LECHNER  

HIMMEL    WASSER    STAHL

25. Februar - 09. September 2018

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Alf Lechner (1925 – 2017) Nach Alf Bachmann WV1813, Ambach 1945, Pastell auf Papier, 20,5 x 29,5 cm Fotografie © Studio Hetzer  

NACHT DER MUSEEN AM 8./9. SEPTEMBER 2018

Auch 2018 boten wir Ihnen wieder ein ansprechendes Programm für die ganze Familie während der Nacht der Museen in Lechner Museum:

18.45 Uhr Familienführung durch die aktuelle Ausstellung

19.30 Uhr Artistik-Show, ICKE Performers

20.45 Uhr Führung durch die aktuelle Ausstellung

21.30 Uhr Artistik-Show, ICKE Performers

23.00 Uhr Artistik-Show, ICKE Performers

 

Die ICKE Performers sind in der Luft genau so zu Hause wie auf dem Boden, in schwindelerregenden Sprunghöhen und im mystisch-dunklen Zauber des Schwarzlichts. Bei der Nacht der Museen beeindruckte das Team mit einer speziell für die Nacht der Museen erstellten Inszenierung, in der sie bassige Beatbox-Sounds, anmutige Gymnastik, akrobatisches Partnering und schwerelose Luftartistik verbanden.  Für das leibliche Wohl sorgten "frisch & veg" und "Kevents & more".






NÄCHSTE ÖFFENTLICHE FÜHRUNG


Die nächste öffentliche Führung
im Lechner Museum Ingolstadt und im Lechner Skulpturenpark Obereichstätt findet voraussichtlich Ende Februar statt. Näheres folgt in Kürze.


Im Anschluss an die Führungen im Lechner Museum Ingolstadt gibt es anschließend zusätzlich eine Führung im Lechner Skulpturenpark in Obereichstätt. Der idyllisch im Altmühltal gelegene Lechner Skulpturenpark befindet sich auf dem Gelände eines ehemals Königlich-Bayerischen Eisenhüttenwerks mit dazugehörigem Steinbruch und ist ein beeindruckendes Erlebnis. Auf über 23.000 qm sind mehr als 50 Skulpturen von Alf Lechner zu sehen. Ebenso gibt die Führung Zutritt zur Ausstellungshalle und dem Papierhaus. Ein Besuch im Lechner Skulpturenpark in Obereichstätt ist nur im Rahmen von Führungen möglich.

Die Kombinations-Führung (Lechner Museum und Lechner Skulpturenpark) dauert insgesamt ca. drei Stunden und kostet 9,50 € pro Person, ermässigt 4,50 €, Kinder unter 18 Jahren in Begleitung haben freien Eintritt.

Die Fahrtzeit von Ingolstadt nach Obereichstätt mit dem privaten PKW beträgt ca. 35 Minuten. Sollten Sie mit dem Zug oder öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, bemühen wir uns, dass Sie eine Mitfahrgelegenheit bei einem/einer weiteren Besucher/In der Führung erhalten.

Eine Anmeldung hierzu ist nicht erforderlich. Bei Interesse an der Führung lediglich im Skulpturenpark Obereichstätt wird aber um telefonische Mitteilung unter 0841 - 305 2250 bzw. 0841 - 305 2252 gebeten.



WEITERE ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN 2018

Jeweils am letzten Sonntag im Monat. Details folgen. Achten Sie auch auf die Ankündigungen in der Tagespresse!

Die öffentlichen Kombi-Führungen beginnen im Sommer jeweils um 14.00 Uhr im Lechner Museum Ingolstadt + werden um 16.00 Uhr im Lechner Skulpturenpark Obereichstätt fortgesetzt.

Im Winterhalbjahr ist der Beginn im Lechner Museum bereits um 11.00 Uhr, im Skulpturenpark Obereichstätt um 13.00 Uhr.

Eine Anmeldung zu diesen Führungen ist nicht erforderlich.

Zur Buchung von privaten Führungen, Sonder-, Gruppen- oder Schul-führungen kontaktieren Sie uns bitte unter:

lechnermuseum[at]ingolstadt.de

oder: +49 (0)841 305 2250


VERGANGENE AUSSTELLUNG

Das Lechner Museum konnte zum ersten Mal frühe Pastelle und Öl-Bilder des Bildhauers Alf Lechner (1925 - 2017) und Werke seines Lehrers, dem Marine- und Landschaftsmaler Alf Bachmann (1863 - 1956) in der Gegenüberstellung präsentieren. Bachmann vermittelte Lechner die Kunst der Malerei, die Auseinandersetzung mit dem Spiel der Elemente. Sie bildete die Grundlage für Lechners Weg zur abstrakten Stahl-Skulptur.
Alf Bachmann, 1863 bei Danzig geboren, ist besonders für seine Darstellung der Küsten und Meere bekannt, für seine Kompositionen von Wasser, Wolken, Wind und Licht. Es gelang ihm, flüchtige Momente der Natur in ihrer Essenz mit Pastell und Öl einzufangen und stimmungsvoll zu verdichten. „Die Unendlichkeit unberührter Natur ergreift mich“, schrieb Bachmann selbst. Er war es, der das künstlerische Talent Lechners früh erkannte, und ihm den Weg in die Kunst wies. Lechner blieb seinem Lehrer ein Leben lang in der Faszination für die Elemente verbunden. Sie inspirierte ihn und seine Arbeit mit dem Stahl. Er bezwang ihn mit Feuer und Wasser, setzte ihn wiederum den Elementen aus und schuf neue Landschaften. Erfahrbar wird diese Faszination auch durch Lechners letzte Rauminstallation Labyrinth (2007-2017). Die Werke von Alf Bachmann aus der Sammlung des Landesmuseums Schleswig, Schloss Gottorf und der Alf Lechner Stiftung wurden zum großen Teil zum ersten Mal öffentlich ausgestellt.


Alf Bachmann   Alf Lechner  -  Ein Lehrer und sein Schüler
 
Der Marine- und Landschaftsmaler Alf Bachmann fand in Alf Lechner einen sehr begabten Schüler. Bachmann hatte seinen ersten Sohn bereits zu Beginn des zweiten Weltkriegs an der Front verloren, und baute zu seinem einzigen Schüler eine enge Beziehung auf. Die beiden trafen sich durch einen glücklichen Zufall:


Bachmanns Atelier befand sich im selben Haus wie die Wohnung der Familie Lechner. In der Mandelstraße in München, direkt am Englischen Garten, und später in Ambach am Starnberger See, vermittelte Bachmann Lechner die Kunst der Landschaftsmalerei und die Auseinandersetzung mit dem Spiel der Elemente. „Mein philosophischer Großvater erzog mich dazu das Denken zu lernen, die Natur zu beobachten und durch Zeichnen das Sehen zu lernen“ schrieb Alf Lechner später. Es war der innige Wunsch von Alf Lechner, die Werke seines Lehrers hier in einer Sonderausstellung im Lechner Museum zu präsentieren.

Erstmals werden in der Ausstellung Werke von Alf Bachmann und Bilder aus dem Frühwerk von Alf Lechner in Kombination präsentiert. Die Mehrzahl der Bilder wird zum ersten Mal öffentlich ausgestellt. Die Gegenüberstellung erlaubt dem Besucher einen neuen Einblick in Lechners künstlerische Entwicklung. Sie zeigt, wie auf Basis von Malerei und Naturbeobachtung eines der wichtigsten Bildhauerischen Werke unserer Zeit entstehen konnte. Erst diese Grundlagen erlaubten es ihm, den Werkstoff Stahl, in all seinen Aspekten zu begreifen.

Alf Bachmanns umfangreiches Werk umfasst ca. 2,500 Bilder, welche detailliert in einem Opusbuch verzeichnet sind. Bachmann ließ sich von keinerlei Diskussion oder künstlerischen Strömungen seiner Zeit beirren oder beeinflussen. Er blieb sich und seinem naturverbundenen Stil, dem Gesehenen und Erlebten treu. Die meisten Werke schuf er im Atelier nach Skizzen, Zeichnungen und seinen gespeicherten Beobachtungen. Er verweilte als geselliger Weltenbummler und unkonventioneller Bohemien im bürgerlichen Hintergrund, und ging seine eigenen Wege. Bachmann pflegte viele Freundschaften zu den wichtigen Intellektuellen und Münchner Künstlerkreisen seiner Zeit, über die er gerne anekdotisch berichtete. Eine besonders enge Freundschaft verband ihn mit Simplicissimus-Gründer Thomas Theodor Heine (1867-1948), auch nachdem dieser 1933 aus Deutschland floh. Bachmann war ein Mann mit vielen Lebensregeln, einem strikten Tagesablauf. Auch war er von großer Genauigkeit: In seinem Pastellkreide-Kasten fanden sich 180 verschiedene Grautöne. Bachmann verfasste viele Kurzgeschichten und Reiseberichte, war ein passionierter Ornithologe und Naturkenner.
Während seines langen Lebens reiste er viel, nicht nur innerhalb Europas und nach Skandinavien bis Island, sondern auch nach Ägypten, Afrika und Südamerika, unter zum Teil schwierigsten Bedingungen. Immer wieder suchte Alf Bachmann Küstenländer auf.  Er war fasziniert von den sich stets wandelnden Lichtverhältnissen, den flüchtigen Momenten, dem Spiel der Elemente Wind, Wolken, Wellen, Meer, Ebbe, Flut, der Gischt an den Steilküsten, von allem was man nicht wirklich festhalten kann. Es gelang ihm dennoch diese flüchtigen Momente der Natur in ihrer Essenz mit Pastell und Öl einzufangen und stimmungsvoll zu verdichten. „Die Unendlichkeit unberührter Natur ergreift mich“, schrieb Bachmann.
 
Lechner blieb seinem Lehrer, der sein Talent früh erkannte, ein Leben lang in der Faszination für die Elemente verbunden. Sie inspirierte ihn und seine Arbeit mit dem Stahl. Er bezwang ihn mit Feuer und Wasser, setzte ihn wiederum den Elementen aus und schuf neue Landschaften. Erfahrbar wird diese Faszination auch durch Lechners letzte große Rauminstallation LABYRINTH (2007-2017) im Erdgeschoss des Museums. Die in dieser Ausstellung präsentierten Werke zeigen, wie diese gemeinsamen, so virtuosen wie romantischen Naturstudien die Grundlage bilden, für das auf die strenge Reduktion von Materialverhalten und mathematisch geometrischen Gesetzmäßigkeiten seiner Stahlskulpturen gerichtete spätere Lebenswerk von Alf Lechner. Alf Lechner verbindet bei seiner lebenslangen Erforschung des Elements Stahl die seiner Persönlichkeit zugrunde liegende barocke Kraft mit der urdeutschen Idee der Romantik, was sich eindrucksvoll im Verhältnis zu seinem Lehrer  spiegelt und in dieser Ausstellung erfahren lässt.
 
Die Werke Alf Lechners sind geprägt vom Material Stahl, dem Werkstoff der industriellen Revolution, mit dem sich Alf Lechner bis an die Grenzen des Machbaren auseinandersetzt und andererseits von geometrischen Grundformen und den Gesetzen der Geometrie, unter deren Anwendung er Stahlkörper verschiedentlich addiert, verformt, verändert und zu einer neuen Ordnung zusammengefügt. „Was keinen Wiederstand bietet, interessiert mich nicht“ war sein Credo. Lechner faszinierte das Material Stahl, dessen enorm physischer wiederstand ihn reizte und gleichzeitig erlaubt die Vielfältigkeit der Verarbeitungsmöglichkeiten in den verschiedenen Aggregatszuständen: flüssig glühend, erkaltet, eine große Breite künstlerischen Ausdrucks. Sobald eine Skulptur zu sehr gefiel, wusste Lechner, dass er etwas verändern müsste.
 
Während das von Bachmann vermittelte Wissen und malerische Können, sowie viele Aspekte seiner Lebensphilosophie in Alf Lechner zeitlebens lebendig blieben, so unterschied er sich doch in einem wesentlichen Punkt von seinem Lehrer: Alf Lechner erfand jeden Tag etwas Neues. Er war ein Entdecker und Erfinder, setzte jeden Tag Fragezeichen hinter das Bewährte, so lange bis es für ihn perfekt war. Nur so konnte Lechner in über 70 Schaffensjahren ein Werk von mehr als 800 Stahlskulpturen schaffen, das in seiner Klarheit und Vielfalt einzigartig ist. „Es muss so aussehen, als ob’s vom Himmel gefallen ist“ sagte Lechner gerne über seine Skulpturen.


VERGANGENE AUSSTELLUNG 2017


 

ALF LECHNER | ANFANG UND KEIN ENDE

18. Mai 2017 -  28. Januar 2018

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Foto: Studio Hetzer 

 

ALF LECHNER | ANFANG UND KEIN ENDE

18. Mai 2017 - 28. Januar 2018

 

ANFANG UND KEIN ENDE war die erste Ausstellung im Lechner Museum, Ingolstadt, nach dem Tod des preisgekrönten Namensgebers und widmete sich erstmals dem Ursprung von Alf Lechners Werk. Die Werkschau zeigte ca. 40 frühe Landschaftszeichnungen und 10 Aquarelle aus den Jahren 1945/1946 und setzte diese in Dialog zum zeichnerischem Spätwerk des Künstlers (2000-2012) sowie zu seiner letzten Skulpturengruppe Würfelschnitte aus dem Jahr 2014. 

 


SKULPTUREN

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Bildunterschrift 

Alf Lechner (1925 – 2017)

Ohne Titel, 2014

Stahl, massiv, gewalzt und gebrannt

120cm x 120cm x 240cm

WV Nummer 804

Gewicht: 23,000 kg



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